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SCHULEN Kein Däumchendrehen im Lehrerzimmer

STEPHAN ONNEN

HUDE/WüSTING - Keine Frage: Johanna, Henrik, Thade, Jon, Nova, Sebastian, Jonas, Ruben und Charlotte haben es nicht bereut, dass sie, obwohl am Mittwoch der Unterricht ausgefallen ist, als Einzige unter den 255 Schülern der Grundschule Jägerstraße ihren Ranzen geschnürt haben und zur Schule gegangen sind. Dort stand für sie weder Mathe noch Sachkunde auf dem Stundenplan, sondern Spiel und Spaß: Unter Anleitung von Sportlehrerin Gabriele Brosa-Albrecht konnten sich die Kinder in der Turnhalle austoben und ihrer Phantasie freien Lauf lassen: Jon aus der Klasse 4b beispielsweise hat sich mit Turnmatten eine „Vier-Zimmer-Wohnung“ gebaut – „mit Kamin“, wie der Neunjährige betont. Auch Johanna (8) nutzt verschiedene Turngeräte und ein Schwungtuch, um sich eine Bude zu bauen, während Ruben (8) und Charlotte (7) lieber Federball spielen. „Wir stellen für alle Kinder in der Zeit von 8.30 bis 14 Uhr eine Betreuung sicher“, erläutert Rektorin Margareta Schledde.

Auch das Lehrerkollegium ist am unterrichtsfreien Tag an der Jägerstraße alles andere als untätig. Geert Grahle-Westerhoff zum Beispiel hat sich einen „Blaumann“ übergezogen. Er flickt gerade die Deutschland-Karte. Er hat sich vorgenommen, das Kartenmaterial, insgesamt gibt es 60 Stück, auf Vordermann zu bringen: „Für so etwas fehlt im normalen Schulalltag die Zeit.“

Drei Türen weiter richtet Petra Heiken mit zwei Kolleginnen die neue „Mediathek“ ein. In dem frisch renovierten früheren Klassenraum fehlen zwar noch die Gardinen, Regale für die knapp über 1000 Bücher stehen aber schon. Nun muss der Bestand inventarisiert, am Computer erfasst und nach Oberbegriffen geordnet einsortiert werden. Im März soll die neue Bibliothek, die dreimal in der Woche von Müttern betreut wird, wieder eröffnet werden.

Das übrige Kollegium – zehn von 18 Lehrern sind da – widmet sich der Fortschreibung von Konzepten. „Mit der Arbeit wird man nie fertig“, sagt Margareta Schledde.

„Liegengebliebenes aufarbeiten“ lautet auch das Motto an der Peter-Ustinov-Schule: Hier ist zwar kein Schüler erschienen, wohl aber – bis auf wenige Ausnahmen – das 50-köpfige Lehrerkollegium.

Lernaufgaben für Kinder

An der Grundschule Hude-Süd sind 15 Lehrkräfte und fünf pädagogische Mitarbeiter vollzählig vertreten. Schulleiterin Mechthild Walk hält in großer Runde eine Dienstbesprechung ab. Anschließend konferieren die Lehrer jahrgangs- bzw. fachbezogen weiter. Die meisten nutzen den unterrichtsfreien Tag darüber hinaus zum Aufräumen in den Klassenräumen. Sieben von 242 Kindern sind zur Schule gegangen – für sie gibt es einen Tagesplan, der Lernaufgaben, aber auch Bewegungs- und Spielphasen vorsieht.

Ganz ohne Lernen geht es auch für die 15 Kinder (von 176), die trotz Schnee und Eis zur Grundschule Wüsting gekommen sind, nicht – allerdings nur zwei Unterrichtsstunden lang. Ansonsten geht es auch in Wüsting in die Turnhalle. Im Lehrerzimmer werden derweil „nicht Däumchen gedreht“, betont Schulleiterin Birte Kempers. Bis auf eine in Elsfleth wohnende Kollegin, die Überstunden abbaut, sind die übrigen elf Lehrkräfte erschienen, um die Schulinspektion, die sich vom 24. bis 26. Februar angekündigt hat, vorzubereiten. Ansonsten wird das erledigt, was man sonst in die Ferien schiebt: Aufräumen und Unterlagen sortieren.

Zeit wird knapp

Davon, dass an diesem Donnerstag mittlerweile schon der fünfte Unterrichtstag ausfällt, sind die Schulleiter alles andere als begeistert. In einem ohnehin kurzen Halbjahr müssen bis Ende Mai die Schullaufbahnempfehlungen für die Viertklässler gegeben werden – „da ist jeder Tag kostbar“, sagt Margareta Schledde. Auch an der weiterführenden Schule ist der Unterrichtsausfall ein Problem, nickt Nico Rettcher, Rektor der Peter-Ustinov-Schule. Das Pensum müsse nun in komprimierter Form bewältigt werden.

Damit die Schüler im Stoff bleiben, hat sich das Kollegium der Wüstinger Grundschule darauf verständigt, seine Schützlinge künftig mit „Notfallarbeitsblättern“ auszustatten, die an solchen Tagen zuhause bearbeitet werden müssen. Rektorin Birte Kempers hat ihre eigene Klasse schon jetzt per Rundruf mit Aufgaben für daheim versorgt.

Glatte Schulhöfe

gesperrt

Auf vereisten

Schulhöfen an den Schulen in der Gemeinde Hude sind die

Spielbereiche gesperrt.

An den Grundschulen

in Wüsting und Hude-Süd sowie an der Außenstelle Hohelucht der Peter-Ustinov-Schule hat es bereits einige Glatteis-Unfälle gegeben, die allerdings ohne größere Blessuren glimpflich verlaufen sind. Um ihren Bewegungsdrang auszuleben, steht den Schülern in Wüsting in den Pausen jetzt die Turnhalle zur Verfügung.

Für die Benutzung

des Schulhofes hat die Grundschule Jägerstraße strenge Regeln aufgestellt: Schlittern auf Eis ist nur einzeln und der Reihe nach erlaubt.
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