HUNDSMüHLEN - Die Zeit in ihren Gastfamilien geht für 15 Kinder und Jugendliche aus Weißrussland zu Ende. Sechs Gastfamilien haben die Besucher aus dem etwa 3000 Kilometer entfernten Ort Grudinovka vier Wochen lang beherbert.
Eine Zeit, die bei einem ausgefüllten Programm schnell vorbei ging. Am Freitag, 25. Juli, tritt die Gruppe ihre Rückreise um neun Uhr vom ZOB in Bremen an. Die Organisatoren Uta und Heinz Onnen der Elterninitiative Tschernobyl-Kinder in Wardenburg freuten sich, dass von etwa 76 eingeladenen knapp 70 Gäste ins Dorfgemeinschaftshaus kamen – darunter auch Bürgermeisterin Martina Noske. Mit einem kleinen Geschenk sprach sie ihre Anerkennung gegenüber den Helfern und Organisatoren für deren uneigennützige Unterstützung aus. Alljährlich bemühen sie sich darum, den von den Spätfolgen des Unfalls im Kernkraftwerk Tschernobyl betroffenen Kindern einen angenehmen Erholungsurlaub in Wardenburg zu ermöglichen. Dabei ist die Organisation nicht immer einfach und oft mit viel Umstand verbunden, berichtete
Uta Onnen. Der Schriftverkehr mit der russischen Seite beginne schon im Dezember des Vorjahres.
Die Initiative „Hilfe für Tschernobyl-Kinder“ in Wardenburg wurde vor 15 Jahren vom Wardenburger Ehepaar Hannelore und Klaus-Dieter Glunde ins Leben gerufen. Seitdem werden Kinder aus Weißrussland für vier Wochen nach Deutschland eingeladen. Viele von ihnen leiden zumeist an Atemwegerkrankungen oder Herzbeschwerden. Ziel der Erholungsaufenthalte ist es, die dauerhafte Strahlenbelastung der Kinder durch vitaminreiche Kost und Aufenthalte in frischer Luft zu reduzieren. Obendrein fördert der Ferienaufenthalt die psychische und körperliche Entwicklung.
Der vierwöchige Aufenthalt habe den Teilnehmern sehr gut getan und sie seien zu Hause sehr viel seltener erkältet, bestätigt die Betreuerin Marina Berdnikowitsch, die schon 1993 als Kind nach Wardenburg kam. Heute ist sie von Beruf Deutschlehrerin in einer Schule in Weißrussland. Auch der Betreuer Ilja Alexandrow, ebenfalls Deutschlehrer in Weißrussland, kennt den Ort gut, der schon zum achten Mal die Gruppe betreut.
