Huntlosen - Die alte Zahnarztpraxis an der Hauptstraße in Huntlosen steht leer. Am Samstagnachmittag änderte sich dieses Bild; denn dort hatten der Verein Forst und der Verein „up-wärts Huntlosen“ zusammen mit der Bürgerinitiative Interkulturelle Begegnung Huntlosen zum Flohmarkt und Treffpunkt für Jung und Alt eingeladen.

Die Gemeinschaftsaktion hatte Symbol-Charakter. Mit einer Petition soll auf die Nutzung des leerstehenden Gebäudes nicht nur verwiesen, sondern es sollen auch konkrete Schritte eingeleitet werden. Wie Lena Schiller als eine der Initiatoren zusammen mit Alice Menholz aufzeigte, geht es darum, das passend gelegene Gelände und Haus künftig für einen Begegnungsraum, ein Café oder einen Jugendtreff zu nutzen.

„Deshalb suchen wir viele Gleichgesinnte. Außerdem wollen wir das Gespräch mit der Gemeinde führen“, so Schiller, die seinerzeit auch die Freie Humanistische Schule in Hosüne mit ins Leben rief. „Wir wünschen uns für Huntlosen einen Raum, an dem jeder und jede willkommen ist. Platz für Entfaltung mit einer Küche und für mehr“, ergänzte auch Erlebnispädagogin Alice Menholz.

Angedacht sind eine Näh- und Upcyclingwerkstatt, eine Jugendfahrradwerkstatt, ein Ausstellungsort für Kleinkunst, Sport- und Yogaräume, musikalische Bildung und Begegnung oder auch Seminarangebote. Die Liste lässt sich noch beliebig fortsetzen.

Um das alles Realität werden zu lassen, lag die Petition zur Unterschrift aus. Schiller: „Je mehr Leute unterschreiben, desto besser können wir mit der Gemeinde ins Gespräch kommen.“ Damit soll dann auch mit dem Vorurteil Schluss sein: „In Huntlosen ist einfach gar nichts los. Da kann man ja nur Alkohol trinken oder Computer spielen.“ – Zitate, die Jugendliche aus dem Ort immer wieder äußern würden.

Der Verein Forst steht als Abkürzung für Forschungsinstitut für sanfte Technologien. Vorsitzender ist Marc Baker, 2. Vorsitzende Lena Schiller. Der Verein ist seit 1985 in Huntlosen beheimatet.

Der Verein „up-wärts“ steht für Erlebnispädagogik, der auch in der Erwachsenenbildung tätig ist. Dazu setzt Alice Menholz das Pony „Fiala“ als begleitenden Faktor ein. Das ähnelt ein bisschen der Pferdeflüsterer-Methode (Join-Up), wie Alice Menholz betonte.

Mit dem Pferd wird die Gruppendynamik auf besondere Art und Weise angeschoben. „Ideal auch für Firmenmitarbeiter, die sich neu orientieren wollen.“ Aber ebenso Schulklassen und junge Familien sind angesprochen. Am Konzept der Begegnungsstätte wollen die Initiatoren verstärkt arbeiten.