Man gewinnt geradezu den Eindruck, als ginge es mit der Grundschule Mentzhausen um den Untergang der Kultur schlechthin. Die Debatte um Grundschulschließungen gibt es nicht nur hier. In fast jeder Gemeinde im gesamten Land ist man zu Umstrukturierungen gezwungen, weil die Schülerzahlen drastisch sinken. In Mentzhausen stellt sich die Existenzfrage für diese kleine Grundschule schon seit Jahrzehnten.
Nach allgemeinem Regelwerk hätte sie schon vor vielen Jahren geschlossen werden sollen. Es ist überhaupt nur dem zögerlichen Verhalten eben dieses Gemeinderates zu verdanken, dass die Schule bis jetzt Bestand hat.
Wer durch die Wesermarsch fährt, wird durch so manches ehemalige Schulgebäude auf dem platten Lande daran erinnert, dass dieses „Schulsterben“ kein neues Phänomen ist. Ich persönlich weine diesen Zwergschulen keine einzige Träne nach, weil meine eigenen Erfahrungen mit einer solchen Schule keineswegs so positiv und idyllisch waren, wie Bullerbü und Mentzhausen mir das hartnäckig glauben machen wollen.
Zurzeit besuchen weniger als 40 Schülerinnen und Schüler (über alle Jahrgänge!) die Grundschule Mentzhausen. Wo soll denn die Grenze liegen? Bei 30, 20 oder bei zehn Schülern? Oder soll am Ende Einzelbeschulung erfolgen? Wer soll die Kosten dafür tragen? Die Finanzierung kann jedenfalls nicht über die Steuern der Bürger aus Mentzhausen erbracht werden. Deshalb ist es sogar die Verpflichtung des Rates, nicht nur die Interessen der Mentzhauser zu sehen sondern aller Bewohner der Gemeinde Jade.
