Harpstedt - Die reinen Zahlen sprechen nicht für Harpstedt – gleichwohl unternimmt der Landkreis den neuen Anlauf auf Einrichtung einer Integrierten Gesamtschule (IGS) in Harpstedt. Wie berichtet, hatte der Kreistag mehrheitlich den Antrag auf eine vierzügige IGS bzw. ersatzweise eine dreizügige Ausnahme befürwortet. Bis Ende Oktober sollte er rausgehen – noch aber hat der Antrag das Kreishaus nicht verlassen, wie Landrat Frank Eger bestätigt. Derzeit steckt man in der Antragserarbeitung des Haupt- und des Hilfsantrags. Für Eger kein Zeitproblem: Der 31. Oktober sei kein Fristende. „Wir haben ein enges Zeitfenster, aber keinen Druck.“ Wichtig sei, „größte Möglichkeit auf Realisierung einzuräumen“. Wobei Eger selbst mehr Chancen auf die Ausnahme sieht.

Knackpunkt sind eigentlich unzureichende Schülerzahlen nach der jüngsten Elternbefragung. Statt 55 Prozent (wie noch bei der ersten Befragung 2010) hatten überhaupt nur 42 Prozent der Eltern ihre Bögen abgegeben, und auch die Zustimmungsquote war gesunken. Damit muss nun auf ergänzende gute Argumente für Harpstedt gesetzt werden.

Der Landkreis setzt auf Abstimmung auch mit verantwortlichen Stellen, um Möglichkeiten auszuloten für eine unterfütternde Argumentation: „Wir haben auf verschiedenen Ebenen die Dinge vorbesprochen, auch mit dem Ministerium“, so der Landrat, der selbst in dieser Woche noch Kontakt mit einem Ministeriumsmitarbeiter hatte. Eger erwartet, dass es nächste Woche an die Präzisierung des Antrags gehen kann. Und mit diesem will er dann „selbst nach Hannover fahren“.

Mehrere Aspekte dürften dem Landrat zufolge in der inhaltlichen Begründung des IGS-Antrags auftauchen: Erklärungsansätze für die zwei unterschiedlichen Befragungsergebnisse, die besondere Situation der Samtgemeinde, Hinweis auf nicht befragte Gemeinden in Diepholz sowie Ganderkesee mit etwaiger Nachfrage oder die Frage nach anderen Anträgen und Gleichbehandlung. So könnte die (genehmigte) IGS im Kreis Northeim interessant werden, wo es keine zweite Elternbefragung gegeben hatte. Allerdings: „Allein auf Northeim zu pochen, bringt nichts“, warnt Eger: Dort sei man schon im ersten Anlauf nur knapp an Fünfzügigkeit gescheitert.

Argumente der Samtgemeinde hat Samtgemeindebürgermeister Uwe Cordes noch mal im Kreishaus vorgebracht. Er ist überzeugt, „Bedarf ist da“: „Wenn Eltern sehen, es gibt ein Angebot und es funktioniert, würden noch mehr Schüler dazukommen.“ Zu erwarten seien auch Kinder aus Nachbargemeinden. Offen ist Cordes, mit nach Hannover zu reisen, um zu zeigen: „Denen ist es wichtig.“