Harpstedt - Die Initiative für eine Integrierte Gesamtschule (IGS) in Harpstedt reagiert empört auf das Verhalten der Gemeinde Ganderkesee beim Thema IGS-Elternbefragung. Wie berichtet, will die Gemeinde Ganderkesee an der Befragung zur Einrichtung einer Gesamtschule in Harpstedt gar nicht erst teilnehmen. Die IGS-Initiative kritisiert diese Entscheidung scharf.

Sie schreibt: „Die Eltern haben also keine eigene Meinung zur Schulbildung ihrer Kinder zu haben und sollen die Oberschulen anwählen. Der Trend geht aber zum Gymnasium. Das muss auch Ganderkesee erkennen, denn nicht umsonst sind im kommenden Schuljahr mehr als 150 Anmeldungen zu erwarten, am Gymnasium in Wildeshausen sogar mehr als 210. Dort starten die 5. Klassen dann erneut siebenzügig.“

Michaela Claußen von der IGS-Initiative Harpstedt: „Natürlich versuchen alle Eltern, den bestmöglichen Abschluss für ihr Kind zu erreichen und weil unsere Schulstruktur leider in erster Linie nach unten durchlässig ist, muss das Kind schon ab der 5. Klasse auf das Gymnasium gehen.“ Die IGS dagegen gebe den Kindern Zeit, sich zu entwickeln und auch Spätstartern die Chance auf ein Abitur.

Die Ganderkeseer Eltern erhielten ohne Elternbefragung keinen direkten Zugang zur IGS in Harpstedt. Sie könnten ihr Kind nur anmelden, wenn die zur Verfügung stehenden Plätze nicht alle belegt wären. Es entstehe also immer noch kein gerechtes Bildungsangebot, bei dem alle Eltern des Landkreises Oldenburg eine IGS in Wardenburg oder Harpstedt für ihre Kinder anwählen könnten. Michaela Claußen merkt an: „Der Gemeinderat kann sich nicht vorstellen, dass die Ganderkeseer Eltern eine IGS am Standort Harpstedt aufgrund der langen Fahrtzeiten anwählen.“ Dabei liege die Fahrtzeit bei 15 Minuten. „Kinder, die aus der Samtgemeinde Harpstedt das Gymnasium in Wildeshausen besuchen, sind da deutlich länger unterwegs! Wir erwarten, dass der Elternwillen endlich ernst genommen wird!“