Harpstedt - Der Streit über die Einrichtung einer Integrierten Gesamtschule (IGS) in Harpstedt schwelt weiter.

So wirft die FDP-Kreistagsfraktion nun unter anderem der Elterninitiative vor, die sich für die Einrichtung der IGS einsetzt, nicht objektiv zu argumentieren und überdies mit einer Anzeigenkampagne in der Presse die Elternbefragung des Landkreises zu verfälschen. Diese werde laut Fraktionsvorsitzenden Ernst-August Bode überdies von den Grünen gesteuert. Weitere Kritikpunkte: Schüler machten an IGS schlechtere Abschlüsse, es gebe eine höhere Durchfallquote. Speziell in Harpstedt seien außerdem die vorhandenen Räumlichkeiten für eine vierzügige IGS nicht groß genug.

Als Negativbeispiel für seine Argumentation nennt Bode die IGS in Wardenburg. Hier habe man nach der Einrichtung innerhalb von zwei Jahren die naturwissenschaftlichen Räume für 800 000 Euro nachträglich sanieren müssen. Dem gegenüber stünden aber die abnehmenden Anmeldezahlen der Schüler, hier hätten sich der jüngsten Erhebung zufolge „gerade mal 13 Kinder mit gymnasialer Empfehlung angemeldet.“

Ratsfrau Irene Kolb (Grüne) hält dagegen: Der Vorteil einer IGS sei, dass sie Kinder erreiche, die an einer Haupt- oder Realschule oder auf dem Gymnasium nicht zurecht kämen. Allerdings sei es unsinnig von Eltern zu verlangen, ihr Kind verbindlich an einer Schule anzumelden, die noch gar nicht existiert.

Weiter sagt sie, die Liberalen treten mit ihren „absichtlich falschen Argumenten“ die unermüdliche Arbeit der Eltern mit Füßen. „Unterschwellig wirft die FDP der Initiative und selbst dem Landkreis falsches Spiel vor“, so Kolb.

In Bezug auf die Räumlichkeiten in Harpstedt sagte sie, die FDP-Mitglieder hätten sich vorige Woche bei einem Ortstermin die Schule ansehen können, allerdings sei kein Liberaler da gewesen. „Augenscheinlich scheut man die Diskussion mit offenem Visier“, so Kolb.