Bad Zwischenahn - Im März hatte der Zwischenahner Gemeinderat das Aus für eine Oberschule (OBS) am Meer besiegelt: Einstimmig hatte sich das Gremium damals – wie berichtet – dafür ausgesprochen, den Antrag für die neue Schulform mit gymnasialen Zweig zurückzuziehen.

„Abwarten“ lautete die Devise, denn man wollte zunächst Zeit ins Land gehen lassen, bis die neue rot-grüne Landesregierung die Voraussetzungen für Integrierte Gesamtschulen (IGS) festgelegt hatte. Beschlossene Sache ist eine IGS am Meer indes noch nicht, war in der Ratssitzung deutlich geworden. Einig war man sich jedoch, dass die Gemeindeverwaltung – sofern die Voraussetzungen für die Einführungen einer IGS bekannt seien – Informationsveranstaltungen für Eltern (von Grundschülern) und eine Elternbefragung anbieten solle.

„Zwar sind einige rechtliche Voraussetzungen für Integrative Gesamtschulen zwischenzeitlich festgelegt worden, aber dennoch gibt es noch eine Reihe offener Fragen“, sagte auf Anfrage der NWZ  Marianne Wagenaar, Leiterin des Amtes für Bildung, Familie, Kultur und Sport im Zwischenahner Rathaus.

So sei bereits festgelegt worden, dass jeder Jahrgang einer IGS nicht mehr fünf, sondern vier oder in Ausnahmen auch drei Parallelklassen haben dürfe. Außerdem könne man an einer IGS künftig das Abitur wieder nach 13 Jahren machen. Doch bislang sei beispielsweise noch nicht geklärt, ob eine IGS eine Regelschule oder wie bislang eine Angebotsschule sei. Sobald es weitere Richtlinien gäbe, werde die Verwaltung das Thema auf die Tagesordnung des Schulausschusses setzen.

Im Oktober vergangenen Jahres hatte sich der Gemeinderat mit knapper Mehrheit für die Einrichtung einer Oberschule mit gymnasialen Zweig ausgesprochen. Sofern die Mehrheit der Eltern das gewünscht hätte, wollte man die neue Schulform später in eine Integrative Gesamtschule umwandeln.

Die Landesschulbehörde hatte im Januar 2013 jedoch den Antrag auf eine OBS mit gymnasialen Angebot auf Grundlage der eingereichten Daten abgelehnt. Kritisiert wurde unter anderem, dass keine Elternbefragung stattgefunden habe.

Doris Grove-Mittwede
Doris Grove-Mittwede Redaktion Westerstede