Nordenham - Montags bis donnerstags und sonnabends steht Maria Adomeit gemeinsam mit einer Köchin und zwei Küchenhilfen in der Küche des Mehrgenerationenhauses und bereitet das Mittagessen für rund 80 Gäste zu. Insgesamt zwölfeinhalb Stunden pro Woche ist sie dort angestellt. Doch für Maria Adomeit ist es selbstverständlich, sich auch außerhalb ihrer Arbeitszeiten zu engagieren. Denn den Einkauf für das Essen im Mehrgenerationenhaus erledigt die 71-Jährige in ihrer Freizeit, noch bevor sie zur Arbeit fährt.

„Das kann man ja alles gar nicht in zwölfeinhalb Stunden schaffen, das gehört für mich einfach zusammen“, sagt Maria Adomeit überzeugt. Überhaupt ist es für sie völlig selbstverständlich, dort einzuspringen, wo sie gebraucht wird – ohne Lob oder großen Wirbel um ihren Einsatz zu erwarten.

Maria Adomeit stammt aus einer Großfamilie. Sie ist mit sechs Geschwistern in Bösel im Landkreis Cloppenburg aufgewachsen. Sich für andere einzusetzen, war in ihrer Familie selbstverständlich. „Zu helfen wurde bei uns immer groß geschrieben, ich bin da so reingewachsen“, sagt die 71-Jährige und kann den Wirbel um ihr Engagement immer noch nicht verstehen.

Selbstredend springt Maria Adomeit auch ein, wenn in der Küche des Mehrgenerationenhauses Ferienpassaktionen anstehen. Ab und zu verabredet dort auch die Nordschule mal eine Koch- oder Backaktion für ein paar Schüler, die Maria Adomeit ganz selbstverständlich zusammen mit ihrem Team betreut, vom Eindecken des Tisches bis zum Nachtisch. Natürlich müssen die Mädchen und Jungen immer selbst mit anpacken: Gemüse schnippeln, Salat zubereiten oder Frikadellen formen. „Das macht immer Spaß. Aber das kam jetzt schon lange nicht mehr vor“, sagt Maria Adomeit.

Seit mehr als 20 Jahren betreut die heute 71-Jährige eine Seniorengruppe der katholischen Kirche. Es sei eine offene ökumenische Gruppe, in der jeder willkommen ist, sagt sie. 16 Senioren nehmen zurzeit regelmäßig an den Treffen am Dienstagnachmittag im Pfarrheim in Nordenham teil. „Früher waren wir oft 50 Teilnehmer, wir haben im Moment Nachwuchsprobleme“, sagt Maria Adomeit schmunzelnd.

Sie sorgt dafür, dass die Senioren eine vergnügliche Zeit haben, stellt Kaffee und Kuchen bereit und organisiert Themennachmittage. „Zuletzt hatten wir die Malteser da, die über den Hausnotruf berichtet haben. Aber wir hatten auch schon mal Gäste, die Referate über Mali und über Israel gehalten haben“, erzählt Maria Adomeit.

Sie hält also auch immer die Augen nach interessanten Themen für ihre Senioren offen. Bis vor kurzem hat sie die Seniorengruppe noch alleine geleitet, inzwischen bekommt sie Unterstützung von einigen Gemeindemitgliedern.

Außerdem organisiert sie Ausflüge mit der Gruppe, die immer mit einem festlichen Abschlussessen enden. „Sowas ist natürlich mit Arbeit verbunden“, sagt die 71-Jährige, „aber dann gehe ich Abends auch immer zufrieden nach Hause“, sagt sie.

Schon bevor Maria Adomeit 2007 im Mehrgenerationenhaus in Nordenham anfing, kochte sie ehrenamtlich im Pfarrheim. Seit 1994 hat sie dort immer sonnabends den Mittagstisch gekocht. Zu Weihnachten stand dort jedes Jahr ein Weihnachtsessen mit fünf Gängen auf dem Programm. „Man macht das gerne“, fasst Maria Adomeit ihr Engagement ganz nüchtern zusammen.

Merle Ullrich
Merle Ullrich Redaktion Brake