Stenum/Rethorn - An diese Worte erinnert sich Manfred Raschen noch recht genau. „Manfred, das mach’ Du man“, hieß es vor vielen Jahren bei der Frage, wer denn wohl die Treffen für die älteren Ehemaligen der Rethorner Schule organisieren könne. Obwohl Raschen „Baujahr 1939“ und damit deutlich jünger ist, willigte er ein – und lädt seither in Abständen alle älteren Semester ein, „aus der Schule zu plaudern“. Am Sonnabend wurde in Lüschens Bauerndiele der längst vergangene Rethorner Schulalltag wieder lebendig.

Sieben Ehemalige waren gekommen, die in den 1930er Jahren in Rethorn eingeschult worden waren und dort auch während des Zweiten Weltkriegs die Schulbank drückten. „Im Winter mussten wir Feuerholz mitbringen, damit die Bude warm wurde“, erinnerte sich Annita Smit. Bei Fliegeralarm habe sie länger in der Schule bleiben müssen – zu gefährlich erschien es ihrem Lehrer, die Schülerin übers Rethorner Feld nach Hause zu schicken.

Ursprünglich, so hat es Manfred Raschen recherchiert, habe die noch vor dem Ersten Weltkrieg erbaute Schule nur über einen einzigen Raum für alle acht Jahrgänge verfügt. Bis zu 90 Schüler seien hier unterrichtet worden. Erst in den 1930er Jahren kam mit einem Anbau ein zweites Klassenzimmer.

Als streng wurde von den Ehemaligen der Hauptlehrer Ludwig Hoffmeyer geschildert, auch körperliche Verweise zählten zum Schulalltag. „Wenn seine Tochter heulend aus der Wohnung kam, haben wir gedacht: Das wird kein guter Tag“, erinnerte sich ein amüsierter Manfred Raschen, der die Rethorner Schule ab 1946 besuchte und auch noch von Hoffmeyer unterrichtet wurde.

„Die Pausen waren das Schönste“, fand Raschen. „Was haben wir da Fußball gespielt!“ Mitunter hätten die Pausen richtig lange gedauert – weil die Lehrer in Gespräche vertieft waren und es ja keine Klingel gab.