Heidkamp/Metjendorf - Franka wird an diesem Sonnabend ein Kleid anziehen. „Sie durfte sich selbst aussuchen, was sie tragen möchte“, sagt am Tag zuvor Mutter Marion Schick. Franka (6) wird – wie weitere 81 Kinder – an der Grundschule in Metjendorf eingeschult. Und das ist auch für Marion und Florian Schick aus Heidkamp ein ganz besonderer Tag. „Auch wir machen uns stadtfein“, lacht Frankas Vater.

Für die Eltern ist es das zweite Mal, dass sie die Einschulung mitmachen. Sohn Mattis (10) geht schon in Metjendorf zur Schule, kommt jetzt in die vierte Klasse. Vater Florian ist vor Frankas großem Tag allerdings genauso aufgeregt wie beim ersten Mal, sagt er. Gemeinsam mit Frankas Patenonkel hat er noch im Kindergarten Heidkamp, den Franka bis vor kurzem besuchte, die Schultüte für seine Tochter gebastelt – einen Meter hoch. Und Frankas Mutter hat dann das „Tüdelüü“ angebracht und die Tüte optisch aufgeschönt. Sie ist bis zum Boden gefüllt – mit Schutzhülle für den Schulrucksack, einem Hörspiel, einem Schnitzmesser („Franka schnitzt gern“), Lipgloss, Schminksachen, Holzkugeln mit Buchstaben für eine Kette, Schokolade und Gummibärchen. Das weiß Franka an diesem Freitag natürlich noch nicht.

Franka wird in die Klasse 1b gehen – mit 19 anderen Kindern, von denen neun vorher im Kindergarten Heidkamp waren, wie Franka. „Allein in unserer Siedlung wohnen fünf Kinder, die dort zum Kindergarten gingen und nun in Metjendorf eingeschult werden“, erzählen die Eltern, die mit vielen anderen Eltern bereits eine „Whats­App“-Gruppe gegründet haben und sich auch schon aus der Kindergartenzeit ihrer Sprösslinge fast besser kennen als ihre Kinder. „Auch jetzt vor der Einschulung tauschen wir uns intensiv schon über rein Organisatorisches aus“, lacht Marion Schick. Jedes Kind, das in Metjendorf eingeschult wird, darf übrigens drei Kinder benennen, mit denen es gern in einer Klasse wäre, weiß die Mutter: „Mit mindestens einem klappt es dann auf jeden Fall, das wird gewährleistet.“

Franka ist an diesem Sonnabend nicht zum ersten Mal in der Grundschule Metjendorf. Als Vorschulkind hatte sie vom Kindergarten aus bereits am Schnuppertag in der Schule teilgenommen und eben auch ein klein wenig den Unterricht besucht. Sie jedenfalls freut sich auf die Schule, sagt sie. Und Marion Schick ergänzt: „Sie war wirklich gern bis zum letzten Tag im Kindergarten; als sie danach jedoch noch einmal da war, da merkten wir, dass das nicht mehr dasselbe war.“

Stolz ist Franka auf ihren Schulrucksack, den sie auch zur Einschulung tragen wird. „Hergestellt aus recycelten PET-Flaschen“, betont Papa Florian. Allerdings wird der Rucksack an diesem Tag lediglich eine Federmappe und die gelbe „Postmappe“ enthalten, die Franka fortan wie ihren Bruder ständig begleiten wird. „Da sind Nachrichten der Schule oder der Lehrer an die Eltern drin – und umgekehrt“, wissen die Eltern.

Im künftigen Schulalltag wird der Schulrucksack schwerer werden. Dann kommen Arbeits- und Hausaufgabenhefte, Schnellhefter, das „bärenstark“-Heft für freiwillige Matheaufgaben, der Malblock und Schulbücher dazu. Und die „Faulenzermappe“ – in der Franka zusätzlich zur Federmappe Lineal, Radiergummi, Anspitzer, Stifte und Scheren mitnimmt, die sie eben einfach hineinschmeißen kann und nicht ordentlich einstecken muss. Und in der sie – für alle Fälle – Persönliches wie den „Tröstestein“ und einen kleinen Kunststoffdalmatiner mitnimmt in die Schule. Auch Brotdose und Trinkflasche werden Franka künftig begleiten. Und da sie weit genug weg wohnt von der Schule, darf sie als „Buskind“ zwei Jahre lang mit dem Schulbus fahren. „Die ersten beiden Tage bringen wir sie aber hin“, betonen die Eltern, die im Vorfeld auch an Hausschuhe für den Aufenthalt im Klassenraum, an einen Turnbeutel und die Kunstkiste mit Utensilien für den Kunstunterricht hatten denken müssen.

Ihren Namen schreiben kann Franka übrigens schon, auch den von Mama und Papa, von Bruder Mattis und auch „Oma“ kommt ihr leicht aus der Feder. Was sie nicht kann, ist, ein vorgegebenes Wort aufzuschreiben. Aber dafür geht sie jetzt ja auch zur Schule – um auch so etwas zu lernen.

Franka weiß übrigens noch nicht, dass sie, wenn sie nach der Einschulung nach Hause kommt, eine Turnstange als Geschenk im Garten vorfinden wird. Und das sich Familie und Freunde dort zum Grillen treffen werden – an diesem ganz besonderen Tag.