Heide - Es ist eine kleine, dreieckige Rasenfläche mit Gartenhäuschen und ein paar Forsythien entlang des Zauns in der hinteren Ecke des Schulhofs der Grundschule Heide – und für die Schüler nicht von Bedeutung: „Das Stück wird überhaupt nicht genutzt, nur der Hausmeister muss ständig Rasen mähen“, erklärt Schulleiterin Ulla Dunker. Aber das wird sich bald ändern: Im Zuge der Schulhofumgestaltung sollen innerhalb der nächsten zwei Jahre in dieser Ecke das Grüne Klassenzimmer sowie ein Naschgarten entstehen.
Hilfe von Umweltstiftung
„Das war schon so lange unser Wunsch“, so Dunker. Neben Bereichen zur Bewegung oder zum Rückzug sind auch ökologische Zusammenhänge Teil des Konzepts. „Deshalb war klar, dass ein Grünes Klassenzimmer mit einem Naschgarten verbunden werden soll", erklärt die Schulleiterin. Auf der Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten entdeckte Dunker die Aktion „Blauer Adler“ der Allianz Umweltstiftung, bei der Projekte wie Grüne Klassenzimmer gefördert werden. Sie fragte bei Allianz-Vertreter Olaf Topp an – und „rannte damit offene Türen ein“.
„Das passte genau, ich wollte mich gerne sozial engagieren und habe nach einem passenden Projekt gesucht“, erzählt Topp. Da seine Kinder früher selbst die Grundschule in Heide besucht haben, war die Entscheidung „innerhalb einer Minute gefallen“. Er überreichte deshalb am Dienstagmorgen den beiden Schulsprechern Lucien und Marisa einen symbolischen Scheck in Höhe von 2250 Euro. Sie zeigten gemeinsam mit den anderen Schülern des Schülerrats ihre Vorstellungen vom Naschgarten. „Ich freue mich, im Sommer draußen Unterricht zu machen, und zwischendurch kann ich mir mal eine Erdbeere holen“, sagt Henri (9) grinsend.
Die Spendensumme kommt nun dem Förderverein zugute. Dessen Vorsitzender Rainer Sievert war am Dienstag ebenfalls vor Ort. „Wir rechnen schon mit 15 000 bis 20 000 Euro Gesamtkosten“, sagt er.
Pflanzen schon im Mai
Allein für die Pflanzen seien 6000 Euro angesetzt – weil die Bäume eine gewisse Größe haben sollen. „Man soll von Anfang an darunter stehen können, sie müssen Schatten spenden, und die Kinder sollen ja auch direkt was ernten können“, erklärt er. Mit dem Pflanzen soll schon dieses Jahr im Mai begonnen werden, die Erdarbeiten für die Findlinge, die später als Sitzbänke im Grünen Klassenzimmer dienen sollen, sind für Oktober angesetzt. „Wir sind guten Mutes, bis dahin die Finanzierung zusammenzukriegen", kündigt Sievert an – und dann können die Heider Grundschüler wohl schon bald von Äpfeln, Birnen, Kirschen, Erdbeeren, Heidelbeeren und auch Haselnüssen naschen.
