Friedrichsfehn - Alle acht Wochen gibt es in der Friedrichsfehner Schulmensa ein Gericht, das die Kinder besonders mögen und das auch vielen Lehrkräften und pädagogischen Mitarbeitern schmeckt: Currywurst mit Pommes Frites. Am Dienstag war es wieder soweit.
„Doch solche kalorienreichen Gerichte sind die Ausnahme denn die Regel. In unserer Mensa gibt es gesunde Mischkost, die Kinder gut vertragen und gern mögen“, sagt Hartwig Fortkamp, Schulleiter der Grund- und Oberschule Friedrichsfehn.
Essen vom Menüservice
Seit es mit Beginn des neuen Schuljahres im Sommer 2012 an der Friedrichsfehner Bildungseinrichtung den Ganztagsschulbetrieb gibt und die Grundschule um eine Oberschule erweitert wurde, können Mädchen und Jungen ebenso wie Lehrkräfte und andere (pädagogische) Mitarbeiter von montags bis freitags gemeinsam zu Mittag essen. Ein Menüservice aus Stuhr liefert die Tiefkühlgerichte, die in drei riesigen Kühlschränken gelagert und nach Bedarf zubereitet werden. „Ein kleines Team, zu dem auch unsere Mensamitarbeiterinnen Annerose Reinbender und Sonja Geißler gehören, stellt anhand eines Kataloges den Menüplan zusammen“, so Fortkamp. „Wir haben in den ersten Monaten allerlei Erfahrungen gemacht, die in diesen Menüplan einfließen. Unsere Kinder mögen beispielsweise nicht gern Aufläufe und alles, was mit Käse überbacken ist. Auch mit Soßen auf der Basis von Mehlschwitzen und mit Mischgemüse, zu dem Mais gehört, kann man sie wenig begeistern. Gern gegessen werden jedoch Eintöpfe, Kartoffeln, Reis, Fischstäbchen sowie einzelne Gemüsesorten wie Brokkoli oder Möhren.“
Eine gute Organisation sei die halbe Miete für den Mensabetrieb, so Fortkamp, der dabei nicht nur auf die Mensamitarbeiterinnen, sondern auch auf seine Sekretärin Renate Bosse setzen kann. Die Sekretärin schreibt nicht nur die Essenspläne und listet auf, wann welches Kind am Mittagessen teilgenommen hat, sondern rechnet auch mit den Eltern ab. Pro Gericht sind 2,80 Euro zu entrichten, die im voraus zu bezahlen sind.
„An Spitzentagen essen bis zu 125 Kinder in der Mensa, 450 sind es durchschnittlich pro Woche. Wöchentlich belaufen sich die Kosten für die Essen auf 1000 bis 1200 Euro, die dann auch abgerechnet werden müssen“, so Fortkamp. Das Essensangebot nutzen jedoch neben den Lehrkräften und pädagogischen Mitarbeitern die Friedrichsfehner Grundschüler und Oberschüler, sondern auch Mädchen und Jungen aus dem benachbarten Friedrichsfehner Kindergarten.
„Wir haben das Glück, dass wir einen ehemaligen Klassenraum mit Nebenräumen zu einer provisorischen Mensa umgestalten konnten“, berichtet der Schulleiter. 48 Mädchen und Jungen könnten im Essraum gleichzeitig das Menü an den eingedeckten Tischen einnehmen, auf denen auch kaltes Wasser als Getränk stehe.
Neben dem Essraum haben Annerose Reinbender und Sonja Geißler ihr Reich. In der kleinen Küche erhitzen sie die angelieferten Tiefkühlgerichte durch Dampfgaren und geben sie später an die Kinder aus. Dass jedes Essen auf mindestens 68 Grad erhitzt wurde und dass die großen Kühlschränke im Nebenraum, in dem die Tiefkühlkost lagert, und die Tiefkühltruhen für den Nachtisch in einem weiteren kleinen Raum stets die richtige Temperatur haben, muss akribisch protokolliert werden.
Mehr Platz notwendig
„Viele unserer Kolleginnen und Kollegen essen auch in der Schule“, sagt Holger Jaeckel, der kommissarische didaktische Leiter der neuen Oberschule und zugleich Klasenlehrer einer der ersten beiden Oberschulklassen. „Wir lassen die Kinder nicht allein in die Mensa, sondern begleiten sie.“
Schon ab Sommer wird das Platzangebot in der provisorischen Friedrichsfehner Mensa nicht mehr reichen. „Wir rechnen im neuen Schuljahr, wenn es einen 5. und 6. Oberschuljahrgang und weitere Grundschüler mit Ganztagsunterricht gibt, mit noch mehr Bedarf“, so Schulleiter Fortkamp. Einen weiteren Klassenraum werde man als Essraum benötigen, weil die Mittagspause zwischen Vormittags- und Nachmittagsunterricht nicht erweitert werden könne. Unter provisorischen Bedingungen werde der Mensabetrieb noch eine Weile laufen. 2014 jedoch hoffe man, dass der Spatenstich für die neue Schulmensa erfolgen könne und die Tage des Provisorischen gezählt seien.
