Friesoythe - Weiterbildung in einem wichtigen Bereich: Die Betreuung sterbender Menschen wird in Pflegeheimen immer entscheidender. Hospizarbeit und Palliativversorgung entwickeln sich zu zentralen Herausforderungen. Damit steigen die Anforderungen an die Pflegekräfte, die immer häufiger Sterbenden und deren Angehörigen zur Seite stehen müssen. 34 Mitarbeiter des St.-Elisabeth-Hauses in Friesoythe haben daher ein Qualifizierungsangebot des Malteser Hospizdienstes angenommen. Zum Abschluss der Fortbildung „Hospizkultur und Palliativversorgung“ erhielten sie am Montagabend ihre Zertifikate.
„Hospizarbeit und Palliativversorgung lassen sich von dem Ziel leiten, schwerst kranken und sterbenden Menschen ein würdiges Leben bis zum Tod zu ermöglichen“, erläuterte Gerda Spieker, Hospizkoordinatorin der Malteser in Friesoythe. Sie stellte die Verbindung zu den jüngsten Diskussionen im Bundestag her: „Eine optimale Palliativversorgung der betroffenen Menschen kann dazu führen, dass der Gedanke an Suizid gar nicht erst aufkommen muss.“
Pflegeheim als Sterbeort
Da Pflegeeinrichtungen in den vergangenen Jahren als Sterbeorte stark an Bedeutung gewonnen hätten, sei auch dort das Interesse an einer guten Sterbekultur und Palliativversorgung gewachsen. Durch die Fortbildung, an der nahezu alle Pflegekräfte des St.-Elisabeth-Hauses teilgenommen hatten, sei die traditionell gute Vernetzung des Hauses mit dem Malteser Hospizdienst nochmals intensiviert und auf andere Akteure der medizinischen Versorgung ausgeweitet worden.
Bernd Wessels, Geschäftsführer des St.-Marien-Stifts, zu dem auch das St.-Elisabeth-Haus gehört, verwies darauf, dass rund ein Drittel der sterbenden Menschen in einem Pflegeheim wohnt oder von einem Pflegedienst betreut wird. Er bekannte sich zu dem Ziel, den Menschen ein gut behütetes, würdevolles Sterben ohne Schmerzen zu ermöglichen. So werde derzeit beispielsweise im St.-Marien-Hospital ein eigenes Palliativzimmer eingerichtet.
Mit dem angebotenen Kursus, so Wessels, habe das Marien-Stift ein in der Region einzigartiges Modellprojekt umgesetzt: Nirgendwo sonst seien so viele Pflegekräfte – fast 90 Prozent des Personals – so ausführlich und intensiv in den Bereichen Hospizarbeit und Palliativversorgung geschult wie hier. Er dankte den Pflegerinnen, die jeden Tag mit todkranken Menschen und deren Angehörigen zu tun hätten. „Ich weiß, dass das sehr viel Kraft kostet.“
„Fühlen uns sicherer“
Altenpflegerin Karin Schniers berichtete bereits von ersten Erfolgen durch die Fortbildung: „Wir fühlen uns in der täglichen Arbeit mit den Sterbenden nun bedeutend sicherer. Wir haben neue Ideen mitgenommen, wissen mehr über Medikation und sind dadurch auch souveräner im Gespräch mit den Hausärzten.“
