Viele Jahre hat Günther Hemken (82) aus Zetel im Außendienst gearbeitet und Baufertigteile in Ostfriesland und im Oldenburger Land an den Mann gebracht. Dabei hat der gelernte Tischler nach eigener Berechnung 2,3 Millionen Kilometer zurückgelegt. Nun ist Günther Hemken in seine Heimatgemeinde Zetel zurückgekehrt, nachdem er eine Zahl von Jahren in Friedrichsfehn gelebt hat. Nachdem seine Lebensgefährtin verstorben war, kehrte Hemken nach Zetel zurück, wo er nun in einer kleinen Wohnung lebt.
In Zetel, in der Straße Kanelstadt, war Günther Hemken 1926 geboren worden. Er besuchte die Volksschule in der Schulstraße und ging bei Tischler Meyer in der Mühlenstraße in Varel in die Lehre. Dabei wohnte er – wie damals bei Lehrjungen üblich – beim Lehrmeister in einer Kammer auf dem Boden. Nach der Lehre musste Günther Hemken zum Arbeitsdienst, dann als Soldat in den Krieg ziehen. Nach einer schweren Verwundung 1944 genas er und geriet im Kurland-Kessel noch in Kriegsgefangenschaft, die er zwei Jahre in Sibirien beim Eisenbahnbau im Ural verbringen musste. Nach der Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft, kehrte er nach Zetel zurück, arbeitete in verschiedenen Tischlereibetrieben der Region und später im Außendienst eines Unternehmens für Baufertigteile. In besonderer Erinnerung ist Hemken die Arbeit in der Müllerschen Werkstatt in Neuenburg, die inzwischen von der Gemeinde gekauft wurde und zu einem Zentrum für Restaurierung umgestaltet werden soll. Hemken erinnert sich noch an
seinen Chef Willy Müller, der mit dem Feuchtigkeitsmesser in der hand in der Werkstatt umherging, um zu prüfen, ob die Luft nicht zu feucht für das Eichenholz sei.
Seine mittlerweile verstorbene Frau hatte Hemken im Jahre 1951 geheiratet, mit ihr war er 42 Jahre verheiratet. 1962 zog die Familie in das eigene Haus in Zetel, das mittlerweile von der Tochter bewohnt wird. Günther Hemken spielt gerne Akkordeon, und so erfreut er die Bewohner des „Weberhofs“ in Zetel mit seinem Spiel.brw
Günther Hemken
Tischler
