Noch vor den Sommerferien soll das Projekt abgeschlossen werden. Die jetzige „Sand- und Matschwüste“ erstrahlt dann als grüne Rasenfläche in neuem Glanz, hofft Lucht. Die Gemeinde Ganderkesee schließt zwar – nicht nur in diesem Fall – eine finanzielle Lücke, ohne den freiwilligen Arbeitseinsatz der Eltern ist es aber nicht umzusetzen. „Die Zeiten, in denen wir als Schule zur Gemeinde gingen und sagten ’Macht mal’ sind unwiderruflich vorbei“, nennt Lucht einen Grund für das verstärkte Engagement von Eltern. Gleichwohl unterstreicht er, dass an den meisten anderen Schulen ähnliche Entwicklungen festzustellen seien und zwar auf vielfältige Art und Weise.
Doch nicht nur der Geldmangel der Schulträger sei dafür ausschlaggebend. Viele Eltern treibe auch purer Idealismus. Sie investierten nicht nur Zeit, sondern auch ihr Wissen, ihr „Know-how“, wie es der Schulleiter formuliert.
Obendrein erkennten die Eltern, dass bestimmte Dinge von der Schule und den Lehrern nicht zu leisten sind, so Lucht. So begleiten „Führ-Mütter“ in den kleinen Pausen die Kinder vom Schwimmunterricht zur Schule zurück, wenn die Lehrer im Anschluss noch eine weitere Stunde unterrichten.
Auch im pädagogischen Bereich helfen Eltern: Weil der Förderunterricht nicht im entsprechenden Umfang angeboten werden kann, gibt es „Lese-Mütter/Väter“. Sie arbeiten in kleinen Gruppen an den Schwächen der Kinder. Alles in Absprache mit den Lehrern und alles unentgeltlich: „Wir sind ja keine verlässliche Grundschule.“
