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Professor Dr. Klaus Windeck erwartet eine weitere Steigerung. Das maritime Kompetenzzentrum soll die Studienbedingungen erheblich verbessern.
Von Jan Lehmann
Frage:
Herr Professor Windeck, zurzeit studieren 700 Frauen und Männer am Fachbereich Seefahrt in Elsfleth der Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven. Das war nicht immer so.
Windeck:
Das stimmt. Im Jahr 1992 hatten wir mit 42 Studierenden den absoluten Tiefstand. Damals gab es aber die Studiengänge Seeverkehrs- und Hafenwirtschaft und Internationales Transportmanagement noch nicht.
Frage:
Sind die Absolventen der neuen Studiengänge nicht eine Konkurrenz für Nautiker, die eine Stelle an Land suchen?
Windeck:
Das hatten wir zunächst befürchtet, aber es ist ganz anders gekommen: Auch kleinere Reedereien brauchen heute viel mehr Führungskräfte in der Landorganisation als wir ausbilden können. Es hat sich gezeigt, dass Nautiker gerade in Abteilungen, die engen Kontakt zu den Schiffen haben, weiter gefragt sind. Außerdem beobachten wir, dass die Absolventinnen und Absolventen aller Studiengänge sich nach dem Studium gegenseitig helfen, zum Beispiel, wenn es um Hinweise auf begehrte Stellen geht.
Frage:
Aber der Standort in Niedersachsen hat ja nicht nur Vorteile: Hier zahlt man Studiengebühren, in Bremen und Warnemünde nicht.
Windeck:
Wir müssen immer wieder die Vorteile der Ausbildung in Elsfleth deutlich machen, und das gelingt uns offensichtlich.
Frage:
Welche Vorteile sind das?
Windeck:
Die Studiengebühren stehen uns in voller Höhe zur Verfügung, und wir investieren sie ausschließlich in die Verbesserung der Studiengänge. So haben wir die Lehrbuchsammlung für viele tausend Euro enorm erweitert. Studenten brauchen also auch teure Lehrbücher nicht zu kaufen. Außerdem verbessern wir die apparative Ausstattung der Hörsäle zum Beispiel mit Beamern und Rechnern. Am wichtigsten ist aber unser Tutorenmodell: Gute Studentinnen und Studenten aus höheren Semestern vertiefen den Lernstoff mit den jüngeren Studenten. Die Tutoren bekommen bei uns einen richtigen Arbeitsvertrag.
Frage:
Thema maritimes Kompetenzzentrum: Was wird sich verbessern?
Windeck:
Die Raumnot ist zurzeit unser größter Engpass. Und den werden wir mit zwei modernen Hörsälen nachhaltig verbessern. Außerdem bekommt die 400 Quadratmeter große Bibliothek viele Rechnerarbeitsplätze, die für die Recherche immer wichtiger werden. Die Zahl der Studierenden ist aber allein vom Personal abhängig. Wir hoffen, dass wir bei den Studenten mittelfristig die Tausenderzahl erreichen.