Vor zwei Jahren ist diese neue einjährige Schulform als Modellprojekt eingeführt worden. Die BBS am Museumsdorf bietet landesweit als einzige den Fachbereich Wirtschaft.
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Cloppenburg
/eb
– Das niedersächsische Kultusministerium hat vor zwei Jahren an ausgewählten Berufsbildenden Schulen die Berufseinstiegklasse (BEK) als Modellprojekt eingeführt. Die BBS am Museumsdorf erhielt als einzige Schule in Niedersachsen den Zuschlag für den Fachbereich Wirtschaft. BEK-Klassenlehrer Dirk Meinhardt zieht für diese neue einjährige Schulform ein Resümee.
Frage:
Was ist grundsätzlich neu an dem Konzept der BEK?
Meinhardt:
Nun, das wirklich Neue an dieser Schulform ist die verstärkte Bemühung um die berufliche Zukunft der Schüler, die meist nur sehr geringe Chancen auf einen Ausbildungsplatz haben.
Frage:
Worin bestehen diese verstärkten Bemühungen?
Meinhardt:
Besonders erwähnen möchte ich hier den Kontakt zu Betrieben. Durch über die Schule organisierte halbjährige Praktika erhalten die Schüler wichtige Einblicke in das Berufsleben und können sich durch ihr Engagement in dieser Zeit für eine zukünftige Ausbildung empfehlen.
Frage:
Welche anderen Besonderheiten gibt es in diesem Schulkonzept?
Meinhardt:
Ein wichtiger Aspekt ist auch der sozialpädagogische Ansatz. Dabei geht es zum Beispiel um die Bereitschaft, die vielfältigen Anforderungen der Arbeitswelt zu erkennen. Neben der inhaltlichen Arbeit spielt also auch die Persönlichkeitsentwicklung eine große Rolle.
Frage:
Hat das denn in den vergangenen zwei Jahren funktioniert?
Meinhardt:
Insgesamt sind wir sehr zufrieden mit den Ergebnissen. Außerdem sind wir den Betrieben, die uns unterstützt haben, sehr dankbar. Natürlich hat nicht jeder Schüler der BEK den Sprung in eine Ausbildung geschafft. Aber die Quote ist mit etwa 50 Prozent deutlich besser als bei vergleichbaren Schülergruppen.
Frage:
Und welche Akzente setzt der Schul-Unterricht?
Meinhardt:
Wir haben vor zwei Jahren mit Hilfe des Landkreises und des Fördervereins der Schule einen kleinen Laden eingerichtet. Dort werden Büromaterial und Kopien verkauft. Außerdem vermieten wir einen so genannten Methodenkoffer an die Lehrer der Schule. Diese geschäftliche Tätigkeit wird durch den Unterricht theoretisch begleitet. In den vergangenen zwei Jahren erwirtschafteten die Schüler dabei einen Überschuss von 1200 Euro. Dieser Betrag wurde für den Laden verwendet.
Frage:
Wird diese Schulform nun nach der Projektphase fest etabliert?
Meinhardt:
In der Tat. Unter Leitung des Kultusministeriums wurden in der Zwischenzeit die notwendigen Rahmenrichtlinien sowie Handreichungen für den Unterricht entwickelt. Ich selbst bin Mitglied der betreffenden Kommission und habe mich sehr für den Transfer zu anderen Schulen eingesetzt. Während der Projektphase hatten wir vielfachen Besuch aus anderen Berufsbildenden Schulen. Einige haben bereits die BEK installiert, und weitere werden folgen. An unserer Schule wird es im Schuljahr 2008/09 vier BEK-Klassen in den Berufsbereichen Wirtschaft und Hauswirtschaft geben.