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Interview „Durchlässigkeit deutlich erhöht“

FRAGE:

Ist die Einführung der Oberschule geeignet, um den „Schulfrieden“ in Niedersachsen herzustellen?

DÜRR

: Ich meine schon. Wir stellen flächendeckend im Land sicher, dass alle Schülerinnen und Schüler eine reale Chance aufs Abitur haben – unabhängig von der Schullaufbahn-Empfehlung nach Klasse 4. Wer keine Gymnasial-Empfehlung bekommt, hat trotzdem über die Oberschule jede Möglichkeit, in die Oberstufe des Gymnasiums zu wechseln und dort das Abitur zu machen. Die Durchlässigkeit des Systems wird also deutlich erhöht.

FRAGE:

Vorher wurde bei Real- und Hauptschulen sehr viel Wert auf Praxisnähe gelegt. Gilt das auch demnächst für die Oberschulen?

DÜRR

: Alle Konzepte, die gut funktioniert haben, wollen wir in die Oberschule übernehmen. Das gilt für das Hauptschul-Profilierungsprogramm und die so genannte Profilierungsphase in den Klassen 9 und 10 der Realschule. Zusätzlich wird die Oberschule eine so genannte teil-gebundene Ganztagsschule. Wir wollen schrittweise genug Lehrerstunden zur Verfügung stellen, so dass auch am Nachmittag Unterricht möglich ist.

FRAGE:

Das gilt auch für die Schulsozialarbeit?

DÜRR

: Ja, natürlich. Und das gilt drittens auch für das Thema Klassenfrequenzen. Ziel des Oberschulmodells ist es, die Klassenstärken sukzessive zu reduzieren. Das Geld, das wir im Schulsektor aufgrund der sinkenden Schülerzahlen sparen könnten, soll im System verbleiben. Wir haben im Landeshaushalt 2011 allein für die Oberschulen zehn Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Wir werden in den kommenden Jahren deutlich mehr einplanen.

FRAGE:

Es gibt Sorgen, insbesondere in Ihrer Heimat Ganderkesee, dass die Einführung der Oberschule das bestehende Gymnasium gefährdet.

DÜRR

: Die Sorgen in Ganderkesee kann ich sehr gut nachvollziehen. Überall dort, wo vor Ort ein gymnasiales Angebot vorhanden ist, bedarf es nicht zwingend eines Gymnasialzweigs an der Oberschule. Wichtig ist, dass die Oberstufen an den Gymnasien vernünftig erhalten werden. Wenn Oberschüler nach Klasse 10 ans Gymnasium wechseln, stärken wir die Oberstufen eher.

FRAGE:

Die Opposition im Landtag beklagt sich, dass die Hürden für die Einrichtung einer Integrierten Gesamtschule (IGS) nicht wesentlich abgesenkt werden sollen. Wie sehen Sie das?

DÜRR

: Wir werden runtergehen auf fünf Züge pro Jahrgang ` 24 Schüler als Mindestvoraussetzung. Der Betrachtungszeitraum wird von 14 auf zehn Jahre reduziert. Ich meine, in der Sache ist das ist ein vernünftiger Kompromiss. Wenn die Opposition uns trotzdem den Fehdehandschuh hinwirft, zeigt mir das nur, dass letztlich gar kein Schulfrieden gewollt war.

FRAGE:

Unterm Strich sinken aber die Chancen für eine IGS am Standort Harpstedt, oder?

DÜRR

: Ja. Das Ergebnis der Elternbefragung zeigt, dass es in Harpstedt zu wenig Schüler für eine IGS gibt.
Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent
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