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INTERVIEW „Man muss etwas für eine Partnerschaft tun“

Von Tjalke Weber

Frage:

Frau Radvan, wie sind Sie darauf gekommen, Kurse zum Thema Partnerschaft anzubieten?

Radvan:

Es waren eigene Erfahrungen, die mich dazu animiert haben. Ich bin jetzt 20 Jahre mit meinem Partner zusammen und wir haben selber erlebt, wie frustrierend eine Partnerschaft sein kann.

Frage:

Wie kann es denn zu Frust in der Partnerschaft kommen?

radvan: Eine Partnerschaft wird hauptsächlich durch Kritik frustrierend. Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, in der wir zunehmend die Defizite des Partners sehen. Die rosarote Brille der Verliebtheitsphase wandelt sich oft in ein trübes Grau des Alltags, in dem das Positive des Partners immer mehr zurücktritt.

Frage:

Was kann man dagegen machen?

Radvan:

Es ist ganz wichtig, für die Partnerschaft etwas zu tun. Für alles investiert man Zeit, macht eine Ausbildung oder besucht Kurse, egal ob Hobbys oder Beruf. Nur bei einer Partnerschaft erwartet man, dass es der oder die Richtige ist und dann alles läuft. Aber auch hier muss man sich Gedanken machen und Zeit füreinander nehmen.

Frage:

Wie gehen Sie denn in Ihrem Kursus vor?

Radvan:

Es geht darum, zu gucken, wie es in der Partnerschaft läuft. Bei den Kursteilnehmern entdeckt man schnell Parallelen, und aufgrund meiner eigenen Erfahrung kann ich dann die Knackpunkte benennen. Ich arbeite dabei mit dem Drei-Faktoren-Modell von Theo Schoenaker.

Frage:

Das bedeutet?

Radvan:

Das bedeutet, an Zuneigung denken, sich neu kennen lernen und Verbindlichkeit einhalten. Das sind drei sehr wichtige Dinge für eine gut funktionierende Partnerschaft.

Frage:

An wen richtet sich Ihr Kursus – eher die 17-Jährige oder den 70-Jährigen?

Radvan:

Mein Kursus eignet sich für alle, die interessiert daran sind, etwas zu ändern. Dabei spielt der Eigenanteil eine große Rolle. Aber das Alter ist nicht so wichtig.

Frage:

Verraten Sie uns noch ein paar Ihrer Tipps?

Radvan: Ich gebe in meinem Kursus viele praktische Anregungen. Dazu zählt zum Beispiel, dass jeder dem anderen einfach mal zehn Minuten zuhört, ohne einen Kommentar abzugeben. Oder man setzt sich alleine hin und spricht in einem Selbstgespräch mit dem Partner alles aus, was einen an dem anderen stört, bis man zu den positiven Dingen kommt.

Beziehungen zwischen Alltag und Romantik

Heike Radvan

(geboren 1965, verheiratet) ist Erzieherin, Diplompädagogin und psychologische Beraterin. Am Mittwoch, 7. Februar, hält sie auf Einladung der Regio-VHS einen Vortrag zum Thema „Partnerschaft – romantische Beziehung oder Lebensaufgabe“. Beginn ist um 20 Uhr im Kreativzentrum (Von-Witzleben-Allee 4). Anmeldungen nimmt die VHS entgegen unter 04222/4 44 44 oder 04408/92 31 62.
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