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INTERVIEW „Modell Dorfschule kann weitergehen“

Nur neun Erstklässler wurden am Sonnabend in Dünsen eingeschult – halb so viele wie 2008. Über die Zukunft „ihrer“ Dorfschule spricht die NWZ mit Schulleiterin Gabriele Chapus.

Von Maren Bettmann

Frage:

Frau Chapus, erst im vergangenen Jahr haben Eltern, Lehrer und Schüler erfolgreich für den Erhalt der Grundschule Dünsen mit ihren aktuell 56 Kindern gekämpft. Die geringe Zahl der diesjährigen ABC-Schützen stimmt erneut nachdenklich. Wie sehen die Prognosen für die nächsten Jahre aus?

Chapus:

Für nächstes Jahr sind bislang 13 Kinder angekündigt. Ein Einbruch ist – auch für die Grundschule Harpstedt – ab 2013 zu erwarten. In Dünsen werden dann acht Kinder schulpflichtig. Aber diese Zahlen ändern sich ständig. Von meinem Vorgänger Wilfried Winkelmann weiß ich zudem, dass es solche Einbrüche immer wieder gegeben hat.

Frage:

Bleibt es bei den 13 Kindern für 2010, dann gibt es wieder eine Kombi-Klasse aus erstem und zweitem Schuljahr. Ist das aus pädagogischer Sicht sinnvoll?

Chapus

: Die Teilungsgrenze für Kombi-Klassen liegt bei 26 Kindern. In diesem Jahr liegen wir mit 28 knapp darüber. Ich persönlich sehe für die Schüler keine Nachteile, wir haben ja bereits Erfahrungen damit. Die meisten Eltern finden Kombi-Klassen jedoch nicht gut.

Frage:

Ohne Frage herrschen in Dünsen mit kleinen Klassen und vielen jahrgangsübergreifenden Aktionen in familiärer Atmosphäre paradiesische Zustände. Werden Sie diese auf Dauer halten können?

Chapus: Ein Antrag von mir an die Samtgemeinde, die Schuleinzugsgrenze zu lockern und auf die Gemeinde Kirchseelte zu erweitern, ist vergangenes Jahr gescheitert. Nun will der Förderverein der Grundschule Dünsen noch einmal einen Vorstoß wagen. Er steht in Kontakt mit Politikern und Kirchseelter Eltern.

Frage:

Sind denn alle betroffenen Eltern aus der Gemeinde Kirchseelte dafür, ihre Kinder nach Dünsen statt nach Harpstedt zu schicken?

Chapus:

Etwa die Hälfte würde es begrüßen, wenn ihnen freigestellt wäre, wohin ihr Kind zur Schule geht. Diese Eltern können es nicht verstehen, dass ihre Sprösslinge im Kindergarten zusammen spielen und bei der Einschulung getrennt werden und zudem jeden Tag an der Dünsener Schule vorbeifahren. Von den neun Kindern, die jetzt eingeschult wurden, kommen bereits vier aus Kirch- und Klosterseelte. Ihre Eltern hatten Sonderanträge gestellt.

Frage:

Gibt es eigentlich eine Untergrenze für die Schülerzahl einer Grundschule?

Chapus:

Den einzelnen Anforderungen entsprechende Schulentwicklungspläne werden von der Landeschulbehörde genehmigt. Letztlich bestimmt das Kultusministerium, ab wann eine Schulgröße nicht mehr sinnvoll ist. Das Modell „Kleine Dorfschule“ könnte auch mit noch weniger Schülern weitergehen, obwohl ich befürchte, dass 2013 die Diskussion über eine Auflösung wieder aufkommt, bin ich mir sicher, dass die Dünsener es auch dann schaffen, ihre Schule zu erhalten. Dürften dann die Kirchseelter in Dünsen zur Schule gehen, könnten wir nach den derzeitigen Zahlen in vier Jahren 18 Erstklässler willkommen heißen.
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