Schierbrok - Unmittelbar vor der öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Jugend, Schulen und Sport an diesem Mittwoch hat der Schulelternrat der Grundschule Schierbrok an alle Ratsmitglieder appelliert, die bislang geplanten Brandschutzmaßnahmen zu überdenken. „Ein Ausgang im Obergeschoss über eine Feuerleiter in den Schulgarten wäre für die oberen Klassen die bessere Lösung“, schreibt Christine Pochodaj, die stellvertretende Schulelternratssprecherin.

Anlass ist die Erweiterung der Pausenhalle: Aus Brandschutzgründen müssen zu beiden Seiten der vergrößerten Aula Fluchtwege geschaffen werden. Die Verwaltung schlägt (wie berichtet) vor, dafür die beiden Gruppenräume hinter dem Treppenhaus um jeweils rund fünf Quadratmeter zu verkleinern, um dort Ausgänge nach draußen zu bauen. Das lehnen die Elternvertreter ab: „Ob eine Evakuierung von 120 Grundschülern durch ein enges Treppenhaus eine gute Lösung ist, muss angezweifelt werden“, so Pochodaj. Schulleitung und Elternvertreter beharren auf dem Bestand der je 15 Quadratmeter großen Gruppenräume und fordern eine andere Lösung: Über zwei neue Stahltreppen sollen die Schüler im Brandfall aus dem Obergeschoss ins Freie gelangen. Pochodaj: „Über einen zweiten Fluchtweg für die oberen Klassenräume besteht für die Rettungskräfte die Möglichkeit zur Fremdrettung der Kinder.“ Laut Verwaltung würden die Kosten für den Anbau von derzeit 422 000 Euro um 100  000 Euro steigen.

Die Elternvertreter stellen die avisierten Kosten in Frage. Andere Stahlfluchttreppen, etwa am Kindergarten Schierbrok, seien deutlich preiswerter gewesen. „Die Pausenhalle kann die jetzigen Kleingruppenräume nicht ersetzen“, warnen die Elternvertreter davor, zwei Gruppenräume dem Brandschutz zu opfern. Auf dem Schulgelände in Schierbrok sei kein Platz mehr für weitere Anbauten. Hinzu kommen veränderte pädagogische Rahmenbedingungen wie Nachmittagsbetreuung, Hort oder Inklusion. Es handele sich grundsätzlich um eine langfristige Investition in den Schulstandort. Die Ausschusssitzung beginnt an diesem Mittwoch um 18 Uhr im Rathaus.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent