Jever - Die Welt ändert sich rasant – besonders durch die unfassbar weite Welt des Internets. Was für viele junge Menschen aber selbstverständlich ist, kann für ältere Menschen, die nicht mit dem Computer aufgewachsen sind, schwierig werden. Deshalb bieten die Berufsbildenden Schulen (BBS) in Jever einen Computerkurs für Senioren an.
40 Teilnehmer
„Schon seit mehr als zehn Jahren gibt es solche Kurse“, berichtet Lehrer Christoph Humbert. Im Rahmen eines Projekts erklären Schüler den interessierten Senioren, wofür sie den Computer nutzen können. „Einige Schüler stehen dabei vorne und zeigen über eine Leinwand die nächsten Schritte, andere gehen herum und helfen“, erklärt Humbert. Jeder Teilnehmer sitzt dabei an einem Computer und kann alles selbst ausprobieren. In diesem Jahr nehmen etwa 40 Senioren aus Jever und Umgebung an dem Kurs teil.
Die Teilnehmer lernen Grundwissen wie den Aufbau der Tastatur oder wie sie im Internet nach Bildern suchen und diese auf dem Computer abspeichern können, aber auch, wie sie nach Bahnverbindungen suchen können.
An zwei Tagen steht auch die Kommunikation per Internet im Mittelpunkt. Für Lisa Lütt ist das besonders wichtig. „Es ist schön, wenn ich E-Mails verschicken kann, auch mit Bildern im Anhang. Und sich das selber beizubringen, ist ganz schön schwierig.“ Gemeinsam mit ihrem Mann Uwe Jens Lütt nimmt die 72-Jährige an dem Kurs teil.
Bereits zum zweiten Mal ist Brigitte Krause dabei. „Ich muss das alles stets wiederholen, sonst vergesse ich das einfach zu leicht“, sagt sie. „Und heutzutage muss jeder ja mal ins Internet. Zum Beispiel höre ich immer öfter in Fernsehsendungen ,Weitere Informationen gibt es im Internet‘ – und da ist es doch toll, wenn ich auch direkt nachsehen kann.“ Die Jeveranerin ist sichtlich begeistert von der Schulung. Ganz genau hört sie Referentin Sarina Brüggemeier zu, der der Kursus ebenfalls viel Freude bereitet. „Normalerweise hören wir ja in der Schule zu, aber nun sind wir einmal Lehrer“, sagt die 18-Jährige. Es sei schön, wenn sie älteren Menschen auf diese Weise helfen und ihnen etwas beibringen kann.
Jede Menge Hilfe
Und Hilfe bekommen die Teilnehmer, wo es nur möglich ist. Karin Eilers schätzt das besonders. „Wir Älteren haben ja manchmal etwas Angst, am Computer etwas falsch zu machen, und die wird uns hier genommen.“ Eilers erzählt, dass ihre Tochter in Frankfurt wohnt – „da kann ich zu Hause niemanden um Hilfe bitten.“
Auch Hans Albers und Rolf Scharff aus Schortens sind begeistert von dem Seminar. Beide finden, es müsse hoch anerkannt werden, dass sich jüngere Menschen die Zeit nehmen und alles rund um den Computer ganz in Ruhe erklären.
„Es ist wichtig, dass Ältere sich auch in dem Bereich auskennen, sonst wären wir die Analphabeten von morgen“, meint Albers. Der 67-Jährige erzählt von dem Freund seines Sohnes, der im Urlaub ist und regelmäßig Bilder schickt. „Das ist schon richtig toll, wenn jemand das kann“, meint Albers. Manchmal könne das Lernen etwas schwierig sein. „Aber je mehr ich mich da reinfummele, desto besser klappt das auch“, sagt er. „Eine Sache finde ich hier noch besonders schön – die Kaffeepausen mit leckerem Kuchen“, fügt Albers augenzwinkernd zu.
