Friesoythe - „Wir haben gelernt, im Internet vorsichtiger zu sein“, sagt die elfjährige Lena. „Wir haben eine Geschichte von einem Mädchen gehört, das dachte, dass es mit einem anderen Mädchen chatte. Sie war schlau und hat zum Treffen eine Freundin mitgenommen. Die beiden haben gesehen, dass es ein Mann war“, erzählt die junge Friesoytherin weiter. „Und sie hat es niemandem erzählt, weil es ihr peinlich war und sie Angst hatte, Ärger zu kriegen“, fügt Klassenkameradin Isabell hinzu.

Lena und Isabell zählen zu den knapp 90 Schülerinnen und Schülern der fünften Klassen der Realschule Frie-soythe, die am Aktionstag Internet teilgenommen haben. Thema war unter anderem Mobben im Internet (Cybermobbing). „Wir haben gemerkt, dass die Probleme wie Cybermobbing schon in den fünften Klassen anfangen. Beschimpfungen lassen sich leicht schreiben. Wir wollen die Schüler früh für die Gefahren des Internets sensibilisieren“, so Schulleiter Hermann Meemken. Der Präventionsrat Friesoythe hatte das Projekt vorgestellt. „Wir freuen uns, dass dieses Projekt an der Realschule nun erstmalig umgesetzt wird“, sagt der Vorsitzende Gerd Binder. Der Präventionsrat finanziert diesen Aktionstag mit drei Medienpädagogen der niedersächsischen Landesmedienanstalt vom Präventionsrat und dem Förderverein der Realschule. „Wir haben nicht gezögert, dieses wichtige Thema zu unterstützen“, so Bernhard Kramer, Vorsitzender des Fördervereins.

Auf den Weg gebracht hat diesen Aktionstag Konrektorin Celia Twistel. „Wenn die Schüler heute nach Hause gehen und darüber nachdenken, was sie im Internet tun, war die Maßnahme erfolgreich“, sagt Twistel. Dabei haben sich die Schüler mit zahlreichen Themen auseinander gesetzt: Neben Cybermobbing waren diese Abzocke im Internet, Urheberrechte an Geschriebenem, Bildern und Videos sowie generelle Risiken bei der Bewegung im Internet. Nicht nur am PC, auch auf dem Smartphone oder Tablet. Ihre Klassenlehrer Kerstin Hagedorn-Schmedes, Frederike Büschler und Olliver Sonnenberg arbeiten mit ihnen weiter am Thema.

„Es war interessant, dass die Vortragende für die Screenshots fragen musste, ob sie die verwenden darf und sie für die Videos, die sie uns zeigt, sogar Geld bezahlen muss“, sagt die elfjährige Lena. Auch ihre Eltern werden für das Thema sensibilisiert. „Ich wusste gar nicht, dass es so viele Sachen zu beachten gibt. Ich werde mich jetzt anders im Internet verhalten“, sagt Joulina aus der 5a.