Elsfleth - Das Wintersemester an der Jade Hochschule in Elsfleth beginnt zwar erst an diesem Montag, die ersten Studenten allerdings tummelten sich bereits am Freitag auf dem Campus. Sie alle sind deutlich älter als die üblichen im Fachbereich Seefahrt – das Durchschnittsalter liegt bei 30 Jahren – und sie werden auch nicht in den Hörsälen auf dem Campus anzutreffen sein. Denn die 160 immatrikulierten Studenten des neuen Studiengangs „International Maritime Management“ (IMM) haben ein Fernstudium begonnen.

Auf der Grundlage des bestehenden Präsenzstudienganges „Maritime Management“ hat ein Forscherteam der Jade Hochschule unter der Leitung von Dekan Prof. Dr. Ralf Wandelt diese berufsbegleitende Fern-Variante entwickelt. Nautiker und Logistiker, die bereits zur See fahren oder in der maritimen Wirtschaft arbeiten, können auf diese Weise berufsbegleitend ihren Master of Science erwerben. „Viele, vor allem Seefahrer, wollen ihren Beruf nicht aufgeben, trotzdem gibt es den Bedarf, sich weiter zu qualifizieren“, erläuterte Ralf Wandelt das Ergebnis einer Umfrage unter Studierenden und Unternehmen.

Die Unternehmen hätten ebenfalls ein Interesse daran, gute Leute zu halten – besonders vor dem Hintergrund des demografischen Wandels, führte der Dekan weiter aus. Qualifikationsmaßnahmen wären hierfür eine gute Möglichkeit. Diese könnten die Probanden neben dem Beruf oder dem Engagement in der Familie absolvieren. „Damit springen wir auf den Zug ,Lebenslanges Lernen’ auf“, betonte Wandelt. Während der Erprobungsphase bis 2017 sei der Studiengang gebührenfrei, danach werde er zu einem weiterbildenden Masterstudiengang.

Wandelt hatte die neuen Studenten am Freitag persönlich begrüßt und ihnen die Jade Hochschule mit ihren drei Standorten sowie den „Studienort“ Elsfleth kurz vorgestellt. Mit Aufnahme der neuen Studenten sei der Fachbereich mit dann rund 800 nicht mehr der kleinste innerhalb der Jade Hochschule, freute sich der Dekan.

Dozent Peter John erläuterte den Studenten anschließend den Studiengang. Die Studenten würden in jedem Semester bis zu drei Module bearbeiten, die dann auch jeweils abgeschlossen werden müssten. Nur für die Prüfungen sei die Präsenz vor Ort in Elsfleth unerlässlich.

Welche Module in welchem Zeitraum erarbeitet würden, sei Sache der Studenten. „Bei 160 Studenten wird es 160 Varianten geben“, verwies Peter John er auf die ganz unterschiedlichen Biografien und zeitlichen Möglichkeiten der Studierenden.

Sämtliche Aufgaben werden über das Internet in Lerngruppen bearbeitet und online erledigt.

Die 160 Studenten (112 Männer und 48 Frauen) kommen aus 20 Nationen. Sie haben alle bereits ein Studium absolviert; 101 sind Nautiker, von denen 64 an Bord arbeiten. Es gibt eine Warteliste von 150 Interessenten.