JEVER - Eine „Teach-Uhr“, was ist das eigentlich? Diese Frage stellten sich auch die Lehrer der Berufsbildenden Schulen Jever, die von Myriam Scherf-Bencka eine solche überreicht bekommen sollten. Und so wurde die Uhr erst einmal ausgepackt. Da stellte sich schnell das „Aha-Erlebnis“ ein: Sie läuft rückwärts von maximal 60 Minuten auf Null, die verbleibende Zeit ist mit einem roten Feld in der Mitte gekennzeichnet.

Entwickelt wurde diese Form der Uhr, um Menschen mit Behinderung, speziell Menschen mit Autismus, eine einfache Möglichkeit zu bieten, ihre Zeit besser einzuteilen. Dass diese Uhr in der Schule für alle eine praktische Hilfe ist, war sofort klar. Mit der Uhr bedankt sich der Verein Autismus Nordwest für die Aufnahme eines Schülers mit Autismus in der Schule.

Zum dritten Mal hat die BBS Jever einen Schüler mit Autismus aufgenommen und bildet ihn zum kaufmännischen Assistenten für Wirtschaftsinformatik aus. Durch eine zweijährige vollschulische Ausbildung an der BBS und ein Praktikum im Betrieb wird der Schüler wie alle anderen seiner Klasse auf den Beruf vorbereitet.

Ausdrücklich bedankte sich Myriam Scherf-Bencka bei Klassenlehrer Detlef Reuter und Schulleiter Jan Zimmermann für die freundliche Aufnahme und die engagierte Betreuung des Schülers. „Es gibt sehr unterschiedliche Formen von Autismus und wir können nicht jede Form hier unterrichten. Aber wenn es geht, wollen wir gern dem Jugendlichen die Möglichkeit einer Berufsausbildung geben“, betonte Reuter. Diese Ausbildung sei auch für die Mitschüler eine Bereicherung, stärke es sie doch in ihrer sozialen Kompetenz.