Jever - Post aus dem Bundeskanzleramt für die Berufsbildenden Schulen Jever: Sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel hat zur Verabschiedung des langjährigen Schulleiters Jan Zimmermann einen Gruß nach Jever gesendet und wünscht ihm als verdientem Lehrer zur Verabschiedung und für seinen weiteren Lebensweg alles Gute. Und wie zum Beweis reckt der stellvertretende Schulleiter Carsten Bollhorst, der das alles eingefädelt hat, den Brief der Kanzlerin in die Höhe. Eine Autogrammkarte ist auch dabei. Und Jan Zimmermann ist schwer beeindruckt.
Irgendwann hatte Zimmermann im Kollegenkreis mal erwähnt, dass die Bundeskanzlerin zu den Persönlichkeiten gehöre, die er gern kennenlernen würde. Immerhin: Der Anfang einer Brieffreundschaft ist gemacht. . .
Fast zehn Jahre lang war Zimmermann Schulleiter an den BBS in Jever. Und der Vareler war ein außergewöhnlich guter, empathischer Schulleiter, den Schüler, Kollegen und Vorgesetzte nur ungern ziehen lassen, war in allen Redebeiträgen zu hören.
35 Jahre Lehrer
„Aber irgendwann ist’s dann auch mal gut“, meint Zimmermann, der vor seiner Zeit in Jever schon 25 Jahre lang an den BBS in Varel in verantwortlicher Position tätig war. Im November wird er 62, und das sei nun ein guter Zeitpunkt, den Platz frei zu machen an der Schule für einen Nachfolger. Große Pläne hat er noch nicht, verriet Zimmermann, aber schon viele Angebote, sich ehrenamtlich zu engagieren. „Aber erst mal will ich ankommen als Ruheständler“, so der Oberstudiendirektor – nun mit Zusatz a.D.
Ade sagten ihm rund 200 geladene Gäste, darunter natürlich seine direkten Kollegen von den BBS, die Schulleiterkollegen befreundeter Schulen aus den Nachbarkommunen von Oberschule und IGS bis BBS, Vertreter des Landkreises als Schulträger, der IHK Oldenburg und natürlich auch der Landesschulbehörde.
Der Leitende Regierungsschuldirektor Rainer Knippenberg von der Landesschulbehörde Osnabrück war es schließlich auch, der den verwaltungs- beziehungsweise beamtenrechtlichen Schritt vollzog. Als Dienstvorgesetzter und Dezernent der Schule überreichte er Zimmermann die Urkunde zur Versetzung in den Ruhestand.
Landrat Sven Ambrosy erklärte, dass „er gegen seinen Willen“ zu dieser Veranstaltung gekommen sei. Wohlwissend, „dass wir einen Mann ziehen lassen müssen, der diese Schule gestaltet hat“. Aber natürlich gönne er ihm den Ruhestand. Falls er aber seiner Familie irgendwann doch auf den Wecker fallen sollte und die bei der Schulbehörde anriefen, ob sie ihn zurücknehmen könnten. . . „Beamtenrechtlich ginge das“, so Ambrosy augenzwinkernd.
Gut aufgestellte Schule
Jan Zimmermann, der sich all die Lobreden und Danksagungen geduldig und geehrt anhörte, musste dann selbst einiges klarstellen: Nicht er, sondern das Team macht den Erfolg, so der leidenschaftliche Handballer und Teamplayer. Als er 2010 die Schulleitung von Vorgänger Dietmar Kruit – der saß übrigens auch im Publikum – nach 18 Jahren übernommen hat, hatte sein Vorgänger immens viel dafür getan, dass diese Schule ein hohes Ansehen und ein kooperatives Klima hat und für die Zukunft gut aufgestellt ist. Das habe ihm seinerzeit den Start sehr erleichtert.
Zimmermann hat stets stark auf Kooperation mit den regionalen Ausbildungsbetrieben, den Kammern und Innungen gesetzt und Inklusion und Integration umgesetzt, als es dazu noch gar keine Erlasse gab. Unter Zimmermanns Ägide hat die Schule ihre Rolle als verlässliche Partnerin der Wirtschaft weiter verfestigt.
