Jever - Berufe in der Metall- und Elektrosparte sollen nur etwas für Männer sein? Von wegen! Dass das nicht so ist, wissen Kira, Jule und Hannah schon lange. Und der Info-Truck der Arbeitgeberverbände Nordmetall und AGV Nord hat das bestätigt.

Der stand am Montag in Jever offen für die Schüler der 8. bis 10. Klasse der Elisa-Kauffeld-Oberschule. Initiiert hatte den Besuch Moritz Breiter, vom Fachbereich Technik an der Schule. „An verschiedenen Stationen können sich die Schüler und vor allem Schülerinnen über Metall- und Elektro-Berufe informieren“, sagte Breiter. „Das ist auch wichtig, denn: oft wissen die Jugendlichen gar nicht, was man in den Berufen überhaupt so macht. Dabei fehlen dort qualifizierte Fachkräfte.“

Schulleiterin Berta Paasman stimmt zu. „Besonders Mädchen hätten gute Chancen, denn sie bringen oft gute mathematische und technische Voraussetzungen mit – sie sehen aber die Vielfalt der Berufe nicht.“

Da soll der Info-Truck helfen. An verschiedenen Stationen konnten sich die Schüler in dem fast 20 Meter langen und 32 Tonnen schweren Sattelschlepper informieren.

Kira, Jule und Hannah probierten gern aus – zum Beispiel die Fräsmaschine im Kleinformat. Rainer Zellmer, der die Schüler durch den Truck führte, motivierte sie dabei. „Und? Braucht man dazu Kraft? Ist doch nicht nur was für Männer oder?“ Die Mädchen schüttelten den Kopf. „Eigentlich ganz leicht. Man braucht keine Kraft und es macht auch Spaß“, meint Kira.

Denn: die Mädchen müssen nur im Computer die entsprechenden Koordinaten für ein Muster eingeben. Das Fräsen selbst übernimmt dann die Maschine. „Schön, dass die Schülerinnen sehen, dass all das keine rein körperlich anstrengenden Berufe sind und sie dem nicht gewachsen wären. Genau das wollen wir doch erreichen“, meint Zellmer.

Auch Natalie, Juliane und Aileen finden die Info-Stationen sehr interessant. „Einige Dinge kannte ich schon. Anderes war neu für mich“, meint Natalie. „Ich weiß noch nicht, ob ich mir wirklich vorstellen kann, später mal in solch einem Beruf zu arbeiten. Aber zumindest hilft mir das, einen Einblick zu bekommen.“

Und genau das ist auch wichtig, meint Lehrer Moritz Breiter. „Im Technik-Unterricht haben wir einige der Maschinen auch im Kleinformat. Aber so nähern sie sich auf anderem Wege den Berufen.“

Und wer weiß – vielleicht entscheidet sich der eine oder andere, bzw. die eine oder andere tatsächlich später für einen Beruf in der Metall- und Elektroindustrie.

Antje Brüggerhoff
Antje Brüggerhoff Lokalredaktion, Jeversches Wochenblatt