JEVER - Die Paul-Sillus-Grundschule in Jever wird offene Ganztagsschule. Der Sozialausschuss stimmte in seiner Sitzung am Donnerstagabend einem entsprechenden Antrag der Schule zu. Nun müssen noch der Stadtrat und die Landesschulbehörde grünes Licht geben. Deren Zustimmung ist nach dem einstimmigen Votum im Fachausschuss aber wohl nur noch reine Formsache.

Damit hat die Grundschule ab dem Schuljahr 2012/2013 die Möglichkeit, an mindestens drei Tagen in der Woche ein Mittagessen und eine Nachmittagsbetreuung anzubieten. Das Interesse ist nach Angaben von Schulleiterin Meike Roder groß: 148 Familien hätten in einer Umfrage mitgeteilt, ihre Kinder zumindest tageweise ganztags betreuen zu lassen.

Für die Stadt als Schulträgerin ist das zusätzliche Angebot auch mit zusätzlichen Kosten verbunden. Sie rechnet mit Sachkosten von 10 000 Euro und Personalkosten von gut 27 000 Euro pro Jahr. Für die Mittagsverpflegung könnte die Grundschule die Mensa im Neubau der benachbarten Förderschule mitnutzen.

Zudem beschloss der Ausschuss, beim städtischen Kindergarten Ammerländer Weg Räume für eine Krippe anzubauen. Um den gesetzlich vorgeschriebenen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz umzusetzen, muss die Stadt 50 Plätze vorhalten. Derzeit gibt es insgesamt 30 Plätze in den Kindergärten Moorwarfen und Klein Grashaus. Durch den Neubau am Ammerländer Weg würde sich die Kapazität auf 45 Plätze erhöhen.

Wie berichtet, war die Stadtverwaltung in der Sozialausschusssitzung im Mai beauftragt worden, eine Zusammenarbeit mit den privaten Kinderkrippen „Nemo“ und „Sonnenkäfer“ in Jever zu prüfen. Das Ergebnis fiel allerdings negativ aus: „Sowohl die Landesschulbehörde als auch der Landkreis Friesland haben zwar die Möglichkeit einer Beteiligung der privaten Anbieter nicht gänzlich ausgeschlossen, konnten jedoch hinsichtlich der erforderlichen Vertragsmodalitäten keine konkreten Lösungsmöglichkeiten anbieten“, teilte die Stadtverwaltung mit.

Die Kosten für den Krippenanbau in Höhe von gut 200 000 Euro zahlt zu 95 Prozent das Land. Für die Stadt entstehen jedoch Folgekosten – vor allem fürs Personal.

Ulrich Schönborn
Ulrich Schönborn Chefredaktion (Chefredakteur)