Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Bildung Oberschule Jever wird nach Elisa Kauffeld benannt

JEVER - Die neue Oberschule in Jever wird nach der 98-jährigen Sillensteder Friedensaktivistin Elisa Kauffeld benannt. Ein entsprechender Beschluss fiel auf Antrag der Schule am Donnerstag einstimmig im Kreis-Schulausschuss, der im Schulzentrum an der Arngaster Straße in Varel tagte. Die abschließende Zustimmung des Kreistags ist Formsache.

Wie berichtet, hatten sich Schüler, Eltern und Lehrer in einem laut Schulleiter Wolfgang Niemann-Fuhlbohm langen und sehr demokratischen Prozess für Elisa Kauffeld entschieden. Zunächst wurden 30 Namen von Menschen mit Vorbildcharakter und Verbindungen ins Jeverland vorgeschlagen, sechs von ihnen kamen in die engere Auswahl – neben Elisa Kauffeld der jeversche Schriftsteller Oswald Andrae (1926 bis 1997), der letzte überlebende jüdische Einwohner der Stadt, Fritz Levy (1901 bis 1982), Hermann Gröschler (1880 bis 1944), der einst Vorsteher der vor dem Krieg großen jüdischen Gemeinde in Jever war, Professor Dr. Heinrich Ommen (1874 bis 1959), der sich als Lehrer am Mariengymnasium offen gegen die Nazis gestellt hatte, sowie Johann Lünemann (1888 bis 1967), der mit zwei Mitstreitern durch das Hissen der weißen Flagge auf dem Schloss Jever am Ende des Zweiten Weltkriegs vor einem verheerenden Bombenangriff bewahrt hat.

Friedensaktivistin

Elisa Kauffeld wurde als Tochter deutscher Eltern 1913 in London geboren und war eine der ersten Stewardessen der deutschen Lufthansa. Bis ins hohe Alter hat sie sich in der Friedensbewegung engagiert und gegen Kriege und Aufrüstung protestiert und demonstriert. Dabei scheute sie auch nicht davor zurück, für ihre Überzeugungen Gefängnisstrafen zu riskieren.

Die Elisa-Kauffeld-Oberschule soll in diesem Sommer als Nachfolge-Einrichtung der bisherigen Haupt- und Realschule Jever an den Start gehen. Anträge auf Umwandlung in eine Oberschule liegen auch von den Haupt- und Realschulen Bockhorn, Varel-Obenstrohe und Arngaster Straße in Varel vor. Nach Angaben der Kreisverwaltung stehen die offiziellen Genehmigungen noch aus. Er warte täglich auf positive Bescheide aus der Landesschulbehörde, teilte Frieslands Schulamtsleiter Stefan Thöle im Ausschuss mit. Er gehe fest davon aus, dass die Anträge angenommen werden und die Oberschulen wie geplant zum Schuljahr 2012/2013 die Arbeit aufnehmen können.

In Betrieb sind bereits die Oberschulen Hohenkirchen und Sande. Deren Schulleiter Bertha Paasman und Hans-Joachim Voigt berichteten über eine arbeitsintensive, aber auch erfolgreiche Startphase.

Alternativmodelle

Beide Schulen haben das so genannte jahrgangsbezogene Modell gewählt, bei dem Haupt- und Realschüler gemeinsam unterrichtet und individuell gefördert werden. Alternativ dazu können sich die Oberschulen auch für einen schulzweigbezogenen Unterricht entscheiden – also für einen getrennten Unterricht von Haupt- und Realschülern unter einem Dach.

Diskussionen gab es im Ausschuss über die Frage, wer die Entscheidung fällt. Während der Grünen-Kreistagsabgeordnete Uwe Burgenger aus Schortens auf einen Kreistagsbeschluss hinwies, nach dem grundsätzlich das jahrgangsbezogene Modell gewählt werden soll, betonte Peta Büürma von der Landesschulbehörde, dass diese Entscheidung alleine beim Schulvorstand liege.

Das Schulzentrum an der Arngaster Straße in Varel befindet sich nach Angaben von Schulleiterin Irmgard Schläger noch in der Entscheidungsfindung.

Ulrich Schönborn
Ulrich Schönborn Chefredaktion (Chefredakteur)
Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Ein Stein vom Herzen gefallen: Kickers-Vorsitzender Hendrik Poppinga und Schatzmeisterin Ute Specht haben für den Verein zig Stunden mit Bilanzen und Paragrafen verbracht.

KICKERS-EMDEN-GMBH „Wir sind nicht das Man City von Emden“ – So geht es jetzt weiter beim Regionalligisten

Lars Möller
Emden
Kommentar
Der ehemalige US-Präsident Donald Trump verlässt den Gerichtsaal des Strafgerichts in Manhattan

URTEIL GEGEN DONALD TRUMP Ein vorbestrafter Präsident?

Fridemann Diederichs Büro Berlin
Die Unfallstelle: Am Bahnübergang Liethe erinnerten ein Holzkreuz und Grablichter an das tragische Unglück, bei dem ein 52-jähriger Rasteder ums Leben kam.

NACH TÖDLICHEM BAHNUNFALL IN RASTEDE Anklage erhoben gegen Bahnsicherungsposten

Frank Jacob
Rastede
Klaus-Peter Wolf

KOLUMNE Romanfigur Rupert rettet Leben

Klaus-Peter Wolf
Ostfriesland
Auf dem früheren Real-Gelände in Norden soll ein Edeka-Markt entstehen. Dafür wird das frühere Real-Gebäude zum Teil abgerissen.

BEBAUUNGSPLAN IN ABSTIMMUNG Edeka-Neubau in Norden verzögert sich erneut um Monate

Aike Sebastian Ruhr
Norden