JEVER - „Die Tafeln sind toll“, „Es regnet jetzt nicht mehr rein“ und „Der Aufzug ist super“ – die rund 270 Schülerinnen und Schüler der Friedrich-Schlosser-Schule Jever wissen genau, was ihnen an ihrer neuen Schule am Dannhalm gefällt. Zur feierlichen Eröffnung am Freitag hatten sie eine Girlande gebunden, an der die Kärtchen mit ihrem Lob hingen.

Die Girlande fand leider wenig Beachtung: Als Schulleiterin Jutta Stuhm und Landrat Sven Ambrosy das rote Band vor dem Schuleingang zerschnitten hatten, stürmten die Mädchen und Jungen der Förderschule mit Jubelrufen die Pausenhalle, die offiziellen Gäste folgten etwas gemächlicher.

Dort hatte dann die neu gegründete Schulband „Tinnitus“ ihren allerersten Auftritt: Mädchen und Jungen aus den Bereichen Lernen und Geistige Entwicklung sangen und spielten „Geboren um zu leben“ von der Gruppe Unheilig und „Alles kann besser werden. Holen wir uns den Himmel auf Erden“ von Xavier Naidoo – eine tolle Leistung dafür, dass die Band erst seit dem Sommer zusammenspielt. Im zweiten Teil des Programms spielten die Mädchen und Jungen das Musical „Aschenputtel feiert Schulball in Jever“ – eine moderne Version des bekannten Märchens.

Jutta Stuhm erinnerte in ihrer Begrüßung durchaus kritisch an das ewige Hin und Her um die Erweiterung der Förderschule: Schon 2002, als der Erweiterungsbau am Schlosserplatz eingeweiht wurde, sei zu erwarten gewesen, dass der Standort hinten und vorne nicht ausreicht.

Erst 2009 hatte die Planung Fahrt aufgenommen – 2010 wurde der Grundstein zum Umbau der ehemaligen Realschule am Dannhalm in die neue Förderschule gelegt. „Damals konnte sich noch keiner vorstellen, dass wir 2011 tatsächlich umziehen können“, sagte sie. Zwar sei die Schule längst noch nicht fertig, „aber nun können Kinder und Kollegium das neue Gebäude in Besitz nehmen – alles andere findet sich“.

Sie dankte insbesondere Hausmeister Eckhard Prahl, der nie nein sage, sondern alles gleich in die Hand nehme – minutenlanger Applaus vom Kollegium bestätigten das.

Landrat Ambrosy nannte den Umbau eine „gute Entscheidung“: „Das Problem ist: Er ging ordentlich ins Geld“, meinte er. 7,1 Millionen Euro hat der Landkreis insgesamt für den Umbau in die Hand genommen, 350 000 Euro davon flossen in die Außenanlagen – der Pausenhof mit Spielgeräten kann von Haupt- und Realschule sowie Paul-Sillus-Grundschule mitgenutzt werden – und 450 000 Euro in die Ausstattung. Alle Klassenräume wurden mit digitalen Tafeln ausgerüstet – damit ist die Schlosser-Schule die modernste Schule Frieslands.

Ambrosy nannte den neuen Standort am Dannhalm „demografiefest“: „Egal, welche Schulreformen noch kommen: Das Ensemble aus Förderschule, Haupt- und Realschule sowie Grundschule ist flexibel nutzbar“. Zudem bestünden „hervorragende Kooperationsmöglichkeiten“ zwischen den Schulen.