JEVER - Gegen Stimmen der CDU, der Fraktion Bürger für Bürger (BfB) und des Kreistagsabgeordneten Rudi Böcker hat der Kreistag am Mittwoch im Mariengymnasiusm Jever eine Änderung der Schulbezirkssatzung beschlossen. Diese Satzung legt fest, für welchen Schüler welche Schule zuständig ist. Die Änderung ist nötig, weil in Schortens die Gesamtschule Friesland gegründet wird – und im Gegenzug keine neuen Jugendlichen mehr an der dortigen Haupt- und Realschule aufgenommen werden.
Zwei Ausnahmen
Für alle künftigen Fünftklässler aus Schortens, die weiterhin eine Haupt- oder Realschule besuchen wollen oder müssen, ist das Schulzentrum in Sande zuständig. Einzige Ausnahmen sind die Schortenser Ortsteile Addernhausen und Upjever in unmittelbarer Nachbarschaft zu Jever. Kinder von dort können auch zur HS/RS in Jever.
Über diese Regelung wurde im Kreistag noch einmal kontrovers diskutiert. CDU-Fraktionschef Hans-Werner Kammer verwies auf die Sonderlage Schortens’ durch den Wegfall der Haupt- und Realschule und forderte, dass die Eltern frei wählen können, ob sie ihre Kinder nach Jever oder Sande schicken. Janto Just von der BfB-Fraktion kritisierte, dass die neue Regelung für unnötig viele Fahrschüler sorge.
Grüne fürchten „Chaos“
Die Sprecherin der SPD/FDP-Mehrheitsgruppe, Ulrike Schlieper, betonte dagegen die Funktion des Kreises als Träger aller weiter führenden Schulen in Friesland. Die Zuordnung der Schortenser nach Sande sichere den dortigen Standort. „Wir können nicht Schortens zu Lasten anderer Schulen bevorzugen“, sagte sie. Auch Uwe Burgenger (Grüne) verteidigte die Regelung. Würde man in Schortens die freie Wahl einführen, müsse das für alle Kommunen gelten: „Das Ergebnis wäre Chaos“, so Burgenger. Sinnvoller seien flexible Härtefall-Regelungen.
Vor der Sitzung überreichte Maren Strey vom „Bündnis der ErziehrInnen für Bildung und Qualität in Kitas“ eine Resolution an den Landkreis, in der das trägerunabhängige Bündnis bessere Arbeitsbedingungen und personelle und materielle Ausstattungen in Tageseinrichtungen für Kinder fordert. „Eine Umsetzung der politischen Ansprüche an die Kinderbetreuung ist unter den derzeitigen Rahmenbedingungen nicht möglich“, betonte Strey.
