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Doppel-Abi Zeugnisvergabe in Nachbarstadt

JEVER - Den letzten regulären Schultag haben die Abiturienten hinter sich. An diesem Sonnabend beginnen am Mariengymnasium in Jever die schriftlichen Abiturprüfungen. Damit geht auch in Jever eine große Abi-Reform in die heiße Phase: Im so genannten Doppel-Abi werden die Jahrgänge 12 und 13 (schulintern G8 und G9) gemeinsam die Reifeprüfung ablegen.

210 Abiturienten hat das Mariengymnasium in diesem Jahr. Vor allem für den jüngeren Teil bedeutete die Reform Stress, weil die Schüler ein Jahr weniger Zeit hatten, um den Abi-Stoff zu pauken.

Die Zahl der Schüler, die angesichts dieser Herausforderung am Mariengymnasium freiwillig eine „Ehrenrunde“ eingelegt und eine Klasse wiederholt haben, ist nach Angaben von Oberstufenkoordinator Norbert Neubauer aber überschaubar: Es gebe viele Gründe für Schüler, die Oberstufe zu verlassen. Der Anteil liege am Mariengymnasium leicht unter dem Landesdurchschnitt von 30 Prozent. Zwar habe es einen Anstieg durch das Doppel-Abi gegeben, dieser sei aber geringer ausgefallen als befürchtet, so Neubauer.

Die Abiturienten bekommen den doppelten Jahrgang aufgrund hoher Bewerberzahlen bei der Suche nach einem Ausbildungs- oder Studienplatz zu spüren. Mit den Anforderungen fürs Abitur haben sie sich aber offenbar gut arrangiert (siehe Umfrage). „Das hat sich gut zurecht gerückt, Unterschiede sind kaum noch zu erkennen“, meint Schulleiterin Dorothe Levin.

Von Älteren profitiert

Nach Einschätzung Neubauers konnte der jüngere Jahrgang sogar von den Erfahrungen der Älteren profitieren. „Die beiden Jahrgänge haben sich in den Kursen ständig neu gemischt“, berichtet der Oberstufenkoordinator.

Wissenslücken geschlossen

Zu Beginn der Oberstufe hätten die Lehrer in der Einführungsphase gezielt Wissenslücken geschlossen und die Schüler auf den gleichen Stand gebracht. Der Erfolg dieser Strategie zeige sich in den Halbjahreszeugnissen. Ein Viertel der Abiturienten habe sehr gute Leistungen mit einem Notendurchschnitt von zehn und mehr Punkten erreicht – und zwar quer durch beide Jahrgänge.

Während sich die Schüler offenbar größtenteils sehr erfolgreich dem Lernstoff gestellt haben, standen die Lehrer auch vor großen organisatorischen Herausforderungen. Fast jeder Kollege war Levin zufolge in den Oberstufenunterricht eingebunden. Neubauer verzeichnete einen erheblichen Arbeitsaufwand bei der Organisation des Kurs- und Prüfungsplans.

Aber auch hier spricht er von einem „Trumpf-Ass“ des Doppel-Abis: Durch die große Zahl der Abiturienten war auch die Kursauswahl größer. Viele Kurse, die sonst aufgrund geringer Beteiligung nicht angeboten werden konnten, kamen diesmal zustande. Dadurch konnten mehr Kurswünsche der Schüler erfüllt werden, so Neubauer. Stark gefragt waren Fächer wie Deutsch, Englisch, Geschichte und Politik. Angeboten werden konnten aber problemlos auch Latein oder Erdkunde. Interessant waren vor allem die Kombinationsmöglichkeiten. „Hier gab es für die Schüler eine hohe Variabilität“, so Neubauer.

Für die Zeugnisvergabe am 23. Juni und den Abi-Ball am 24. Juni verlässt das Mariengymnasium in diesem Jahr die Marienstadt und geht aus Platzgründen in die Stadthalle Wilhelmshaven.

Die Schulleitung überlegt derzeit, wie sie die Zeugnisvergabe zeitlich so gestaltet, dass sie sich nicht über Stunden hinzieht. Bislang wurden die Schülerinnen und Schüler einzeln aufgerufen. Diesmal werden sie wohl gruppenweise auf die Bühne gebeten. „Auf jeden Fall wird aber jeder Name genannt“, versichert Neubauer.

Ulrich Schönborn
Ulrich Schönborn Chefredaktion (Chefredakteur)
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