JEVER - Bereits im vergangenen Sommer stachen Mona Struckmann, Anna Walentowitz und Alexander Schlake in See, um auf dem Forschungsschiff „Aldebaran“ vor Sylt über die Pazifische Auster zu forschen. Am Sonntag, 20. Juli, lichtet das Schiff in Cuxhaven erneut für die drei Schüler des Mariengymnasiums Jever die Anker Richtung Helgoland: Sie haben sich erneut beim Meereswettbewerb „Forschen auf See“ des Zentrums für Marine und Atmosphärische Wissenschaften in Hamburg beworben und ihr Projektvorschlag wurde erneut angenommen.

Gemeinsam mit ihrem Biologie-Lehrer Werner Menke nehmen sich die drei aus der Wattenmeer-AG einen weiteren Neubürger in der Nordsee vor: Vor Helgoland wird die Rippenqualle Mnemiopsis, auf Deutsch auch „Meerwalnuss“ genannt, unter die Lupe genommen.

„Dieser fast durchsichtige Planktonorganismus fällt zwar nicht so ins Auge wie die großen Austern, aber auch er sorgte in den zurückliegenden Jahren mehrfach für negative Schlagzeilen: Im Schwarzen und im Kaspischen Meer entwickelte sich die aus amerikanische Küstengewässern eingeschleppte Art, die sich auch von Fischeiern und -Larven ernährt, zu einer starken Bedrohung der dortigen Fischbestände“, erklärt Werner Menke.

Als vor zwei Jahren die Meerwalnuss, eine größere Verwandte der bei uns heimischen Rippenquallenart „Seestachelbeere“, auch in Nord- und Ostsee erstmals auftrat, schlugen die Fischereibiologen Alarm. „Seitdem wird intensiv geforscht, welche Auswirkungen dieser Neubürger auf das Ökosystem der europäischen Küstenmeere hat“, so Menke. Dazu wollen seine Schüler einen Teil beitragen – und „verzichten“ sogar auf eine Woche Ferien.

Der Meereswettbewerb „Forschen auf See“ wird jährlich für Schüler ab der neunten Klasse aller Schulen in ganz Norddeutschland ausgeschrieben. Aus den Einsendungen wählt eine Jury die sechs besten Projektideen aus.

In diesem Jahr forschen neben der Gruppe aus Jever Schüler der Gesamtschule Hassee (Kiel) über „Exoten in der Nord- und Ostsee – Auswirkungen fremder Arten auf einheimische Lebensgemeinschaften“ und des Gymnasiums Heidberg (Hamburg) über „Treibhaus über der Nordsee – Der Kohlenstoffkreislauf“. Die Berufliche Schule der Hansestadt Rostock befasst sich mit „Pinger – eine effiziente Methode zur Vermeidung des Beifangs von Schweinswalen?“, die Ludwig-Meyn-Schule Uetersen mit „Inwiefern funktioniert die durch Ballastwasser eingeschleppte amerikanische Rippenqualle als Meeresfilter für Schadstoffe?“ und das Albert-Einstein-Gymnasium Buchholz fragt „Welche Auswirkungen haben Änderungen der Meerwasserparameter auf das Plankton im Hinblick auf den Klimawandel?“.

Alle Gruppen führen ein Forschungstagebuch im Internet unter

www.meereswettbewerb.de