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Geh-Bus Gemeinsam sicher zur Schule

JEVER - Schon von weitem sind die Kinder gut sichtbar. Ihre gelben Warnwesten reflektieren das Schweinwerferlicht der Autos, die im Morgengrauen auf der Augustenstraße unterwegs sind.

Am Ende der Augustenstraße stoppt ein erwachsener Begleiter mit einer roten Kelle den Verkehr und lässt die Kinder sicher die Straße überqueren. „Verkehrshelfer“ steht auf der Warnweste des Begleiters. Ein paar Meter weiter sorgt er dafür, dass die Kinder an der neuen Fußgängerampel heil über die Mühlenstraße kommen, über die der morgendliche Berufsverkehr Richtung Innenstadt rollt. Anschließend können die Kinder auf Seitenstraßen ihren Weg zur Grundschule am Harlinger Weg fortsetzen.

Seit fünf Jahren gibt es den so genannten „Geh-Bus“, der Kinder sicher aus dem Wohnviertel Klein Grashaus zur Grundschule und zurück bringt. Die Eltern übernehmen auf der knapp zwei Kilometer langen Strecke abwechselnd die Rolle des Busfahrers.

Das Prinzip ist ganz einfach. Die Kinder laufen in Begleitung von drei Eltern zu festen Zeiten zur Schule und zurück. Entlang der Strecke gibt es mehrere „Haltestellen“, an denen sich weitere Kinder dem Geh-Bus anschließen können. Für die Begleiter gibt es eine Elternlotsenausbildung.

Viele Förderer

„Inzwischen haben sich 30 Elternpaare zu Verkehrslotsen ausbilden lassen“, berichtet Wiard Wümkes von der Polizei in Jever, die den Geh-Bus ebenso unterstützt wie die Verkehrswacht, die Stadt Jever und das Bündnis für Familie. Mehr als 30 Kinder nutzen Wümkes zufolge das Angebot – und damit mehr als jemals zuvor. Zum neuen Schuljahr seien auch wieder viele ABC-Schützen dazu gekommen.

Für die Sicherheitsausstattung sorgen die Projektpartner. Zudem hat die Firma ATU Sicherheitswesten gespendet. Zur Sicherheitsausstattung des „Geh-Busses“ gehören außerdem gelbe Mützen für die Kinder, eine Taschenlampe und eine laute Hupe.

Koordiniert wird die Begleitung von Birgit Hippen, deren Kinder den „Geh-Bus“ ebenfalls nutzen. Sie stellt unter anderem die Dienstpläne auf. 15 Begleiter werden pro Woche benötigt, die restlichen Elternlotsen bilden die Reserve. „Es gibt Telefonketten – wenn einer eine Vertretung braucht, kümmert er sich selbst darum“, berichtet Birgit Hippen. Das System habe sich bewährt und funktioniere störungsfrei.

Weniger Bringverkehr

Der „Geh-Bus“ ermögliche den Kindern, in Gruppen und in Begleitung von Erwachsenen sicher zur Schule zu kommen, sagt Birgit Hippen. Die Betreuung der Kinder sei besonders jetzt in der dunklen Jahreszeit wichtig. Zudem vermeide der „Geh-Bus“ den Bringverkehr vor der Schule. Außerdem sensibilisiere er die Kinder für die Gefahren des Straßenverkehrs. „Wenn sie dann ab Klasse drei oder vier alleine zur Schule gehen oder mit dem Fahrrad fahren wollen, wissen sie genau, wo sie aufpassen müssen“, sagt Birgit Hippen.

Und noch einen Vorteil habe der „Geh-Bus“: Die Kinder könnten sich schon unterwegs mit ihren Klassenkameraden „warm- und abreden“ – und sich dann ganz auf den Unterricht konzentrieren.

Ulrich Schönborn
Ulrich Schönborn Chefredaktion (Chefredakteur)
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