JEVER - Eetu Pitkänen (18) aus Jyväskylä in Finnland kann auch dem Wetter in Deutschland Positives abgewinnen: „Es ist viel wärmer als zu Hause“, berichtet er auf Englisch. In seinem Heimatland sei fast immer Winter. Dort fährt er mit dem Schneemobil zur Schule. „Doch trotz der Kälte liebe ich den Winter, er ist in meinem Herzen“, sagt der junge Finne mit der Schirmmütze.
Rund sechs Wochen in Deutschland liegen hinter Eetu Pitkänen. Als Praktikant der Logistik lernte er den Arbeitsalltag bei der Firma Telepoint in Jever kennen. Organisiert wurde der Auslandsaufenthalt im Rahmen des Europäischen Austauschprogramms „Leonardo Da Vinci“ vom Kooperationsbüro „Internationale Berufsbildung Jade“, einem Zusammenschluss von fünf Berufsbildenden Schulen aus Jever, Wittmund, Varel und Wilhelmshaven. Betreut wird der Gast aus Finnland an den Berufsbildenden Schulen in Jever. Dort nimmt er auch am Unterricht teil.
„Er hat seine Sache sehr gut gemacht und wir bedauern, dass er schon wieder fahren muss“, sagt Telepoint-Marktleiter Markus Preuß. Eetu Pitkänen habe eine schnelle Auffassungsgabe und sich gut ins Team eingearbeitet. „Er ist hier sehr beliebt“, so Preuß.
Die Menschen in Deutschland seien sehr offen, fast wie Freunde, berichtet Eetu Pitkänen. Er sei gerne hier, vermisse aber das Essen seiner Mutter. Nur die deutsche Sprache sei sehr schwer, deshalb verständige er sich mit Kollegen und Kunden auf Englisch. Ein Übersetzungsprogramm aus dem Internet, das sich Eetu Pitkänen auf sein Smartphone gelanden hat, hilft ihm im Alltag.
Die Logistikausbildung in Deutschland unterscheide sich sehr von der in Finnland. Dort sei er die meiste Zeit in der Schule (Educational Consortium), der Schwerpunkt liege auf der Ausbildung zum Kurierfahrer. Kein Wunder also, dass der junge Finne von den schnellen Autos und den Autobahnen in Deutschland, auf manchen Strecken ohne Geschwindigkeitsbegrenzung, fasziniert ist. „Ich mag die schnellen Autos in Deutschland“, sagt er.
Zu seinen Aufgaben im Warenbereich von Telepoint gehören die Wareneingangskontrolle und das Einsortieren und Ordnen von Geräten. Auch bei Reklamationen durfte er einer Mitarbeiterin über die Schulter schauen. Zudem war er bei Auslieferungsfahrten dabei und half bei den Kunden, Geräte zu installieren.
„Es ist eine tolle Erfahrung, in Deutschland zu sein, das ist eine Chance, die nicht jeder bekommt“, meint Pitkänen. Am Freitag fährt er wieder nach Finnland. „Ich würde aber gerne noch mal wiederkommen.“
