Jever - Wilfried Miethke erinnert sich noch genau, wie die Berufsbildenden Schulen (BBS) früher waren: Damals hieß sie noch „Kreisberufsschule“ und stand an der Drostenstraße. Und damals sah sie auch noch ganz anders aus. „Alt, klein und eng“, sagt Miethke. Schließlich gab es nur vier Klassenräume.
Seit 50 Jahren sieht das ganz anders aus. Denn seit 50 Jahren, genau seit dem 23. Oktober 1967, steht die Schule an der Schützenhofstraße. Und damit hat sich so einiges verändert.
Denn ursprünglich war die Schule auf drei Standorte aufgeteilt: seit 1940 gab es eben diese Schule an der Drostenstraße 2, eine an der Lindenallee (der Teil gehört heute zum Kreisamt) sowie in Roffhausen bei den Olympiawerken. An letzterem Standort hat auch Rolf Hoppe Betriebswirtschaftslehre unterrichtet. „Damals habe ich die ganzen Industriekaufleute der Olympiawerke unterrichtet“, erinnert sich der heute 89-Jährige. „Und das waren ganz schön viele: insgesamt gab es 180 Schüler auf sechs Klassen verteilt.“
In den 60er Jahren explodierten auch die übrigen Schülerzahlen und schließlich entschied der Landkreis, ein neues, größeres Gebäude an der Schützenhofstraße zu bauen – und übrigens auch in Varel, denn auch dort spürte man die hohe Nachfrage.
Die Grundsteinlegung für die Schule an der Schützenhofstraße fand im März 1966 statt. Die Baukosten: 5,5 Millionen Mark. Der Standort in Roffhausen wurde beibehalten, die beiden einstigen Standorte in Jever aufgelöst.
Ganz gefüllt werden konnten alle Räume in der neuen „Kreisberufsschule“ an der Schützenhofstraße aber zunächst doch noch nicht. „Und als ich Eltern dann beim Tag der offenen Tür durch das Gebäude führte, tat ich immer nur so, als wären alle Räume belegt“, so Hoppe schmunzelnd.
Wilfried Miethke war damals 17 Jahre alt und Schüler. Und ihm gefiel das größere Gebäude richtig gut. „Das ist schwer zu beschreiben. Auf einmal war nicht mehr alles klein und alt – sondern groß und modern“, so Miethke. „Wir hatten einen eigenen Klassenraum – das war unbeschreiblich.“
Und mit dem Umzug hat sich auch allmählich die Ausstattung verändert: statt der mechanischen Schreibmaschinen gab es elektrische Schreibmaschinen – ein große Veränderung.
Auch das Ansehen der Berufsbildenden Schulen habe sich seit 1952 mächtig verändert, meint Hoppe: Es ist gestiegen. „Früher galt die Schule als reine Fortbildungsschule. Wenn die Lehrlinge bei der Arbeit gebraucht wurden, dann war es wichtiger zu arbeiteten, statt zur Schule zu gehen.“ Heute sei das schon lange nicht mehr so.
Die Schule hat sich also mächtig verändert – und sie tut es auch heute noch. So wird derzeit kräftig umgebaut: es kommen eine neue Aula, eine neue Mediathek, ein neues Beratungszentrum für schulpädagogische Arbeit und einige Klassenräume werden erneuert und energetisch saniert. Genau deshalb sollen die „50 Jahre BBS an der Schützenhofstraße“ auch noch nicht in diesem Jahr gefeiert werden. „Ich halte es für nicht angemessen, diese besondere Feier woanders zu feiern – sie sollte schon direkt an diesem Standort in dieser Schule stattfinden“, meint Schulleiter Jan Zimmermann, der übrigens seit 2010 an der Schule tätig ist.
Deshalb wird die Feier verschoben: auf den Sommer nächsten Jahres. Dann sind nämlich auch die Baumaßnahmen fertig und es kann in einer modernen Schule das 50-jährige Bestehen gefeiert werden.
