JEVER/SCHORTENS - Im Sanitätsdienst kümmern sich Schüler unter Anleitung des DRK um die Erste Hilfe. Am Sonnabend zeigten sie ihren Lehrern, wie sie sich im Notfall richtig verhalten.

von annette kellin

JEVER/SCHORTENS - „Wie muss ich jetzt noch mal das Bein fassen? Ist es so richtig?" Schulleiterin Dorothe Levin schaut fragend zu Timo Cramm hoch. „Ja genau, und ruhig noch etwas weiter nach vorne ziehen“, bestätigt der Schüler der 10e des Mariengymnasiums.

Auf dem Boden liegt Katrin Finke, Lehrerin an der Schule. Sie lernt ihre Schulleiterin heute buchstäblich sehr zupackend kennen: Dorothe Levin befördert sie nämlich von der Bauchlage aus in die so genannte stabile Seitenlage. Grund dafür ist der Auffrischungskursus in Erster Hilfe. Die Schüler, die im Schulsanitätsdienst mitarbeiten, unterrichten dabei ihre Lehrer.

„Sich fit zu halten in Fragen der Ersten Hilfe ist selbstverständlich Pflicht für jeden Lehrer“, erklärt Dorothe Levin. Es könne schließlich immer unvorhergesehen zu einem Unfall kommen. Man habe sogar schon erlebt, dass ein Schüler einen Unfall auf dem Schulweg hatte, es aber noch bis zur Schule geschafft hat. „Der stand allerdings unter Schock. Da ist es natürlich wichtig, dass man das erkennt und auch weiß, wie zu handeln ist“, sagt die Schulleiterin.

Damit alle Lehrer auf dem Laufenden bleiben, gibt es im Drei-Jahres-Rhythmus eine Auffrischung. Die Mitglieder des Schulsanitätsdienstes unter der Leitung von Isis von Puttkamer vom Deutschen Roten Kreuz geben dabei ihr Wissen weiter und unterrichten die Lehrer.

Der Schulsanitätsdienst wurde vor knapp zehn Jahren am Mariengymnasium Jever aufgebaut. Damit nahm die Schule eine Vorreiterrolle ein. In Form einer Arbeitsgemeinschaft lernen die Schüler alle wichtigen Aufgaben zur Rettung von Verletzten. Dabei geht es um den Umgang mit einem Schockpatienten genauso wie das richtige Beatmen und die Herz-Lungen-Wiederbelebung oder die richtige Lagerung nach einem Unfall.

So werden die Schüler zu qualifizierten Helfern und die Schule hat im Bedarfsfall immer Ansprechpartner, sei es beim aktuellen Unfall im Alltagsgeschehen oder auch als Bereitschaft bei schuleigenen Turnieren und ähnlichem.

Den Lehrern, die sich an diesem Morgen in der Sporthalle der Außenstelle des Mariengymnasiums in Schortens schulen lassen, werden gute Leistungen bescheinigt. „Es läuft gut“, sagt Swantje Lieberwirth, die früher einmal zum Schulsanitätsdienst gehörte, 2001 ihr Abi baute und seitdem in Dortmund Medizin studiert. Sie freut sich, auch dabei sein zu können.

Nach der stabilen Seitenlage ist die Beatmung dran. Andre Tönnies zeigt den Lehrern, wie das funktioniert. Ein genauer Rhythmus ist notwendig, immer wieder muss beobachtet werden, ob die eingeblasene Luft auch wieder ausströmt. Gar nicht so einfach. Doch zum Glück sind die Schüler des Sanitätsdienstes ja da, die den Lehrern Hilfestellung geben.

Beim Schul-

Sanitätsdienst spielt das Mariengymnasium eine Vorreiterolle