JEVER - Den Schülern schmeckt’s: „Sehr lecker“, sagt Sechstklässler Tim Cremer und beißt in seinen großen Hamburger. Am Nachbartisch essen die Zehntklässler Jan-Philipp Wolter, Marcel Richter und Kristina von Kölln Hot Dogs und Chicken Wings. Ralf Patron hat am Dienstag für seinen Speisenplan das Thema „Amerika“ gewählt. Gutbürgerlich deutsch war das Essen dagegen am Montag: da gab es u. a. Hefeklöße mit Vanillesoße.
Ralf Patron aus Wilhelmshaven ist seit Montag für das Mittagessen in der neuen Mensa des Mariengymnasiums in Jever zuständig. Am ersten Tag hat er gleich mehr als 200 Essen ausgegeben. Und auch am Dienstag bildeten sich in den Mittagspausen zur 6. und 7. Stunde Schlangen vor der Essensausgabe. Lange warten musste aber niemand.
„Der Start war problemlos, einiges muss sich jetzt noch zurechtruckeln“, sagte Schulleiterin Dorothe Levin, die sich am Dienstag den vegetarischen Hamburger für das Mittagessen ausgewählt hatte. Derzeit zahlen die Schüler und Lehrer bar, später soll die Bezahlung auf ein Kartensystem umgestellt werden. Auch mit der Planung der Essenszeiten müsse die Schule noch Erfahrungen sammeln. „Die Resonanz auf das neue Angebot ist aber schon jetzt sehr gut“, stellt Levin fest.
Die meisten Schüler nutzen das Mittagessen in der Mensa, wenn sie Nachmittagsunterricht haben. Bisher hatten sie sich in umliegenden Läden und Imbissbetrieben versorgt oder ein Essen von Zuhause mitgebracht. Die Schule hat die „Ausflüge“ der Schüler akzeptiert, künftig müssen die Jugendlichen bis zur Oberstufe über Mittag auf dem Schulgelände bleiben, wenn sie am Nachmittag weiteren Unterricht haben.
Ralf Patron achtet bei der Zusammenstellung des Essens auf eine ausgewogene Mischung aus Frischgerichten, Eintöpfen und vegetarischen Angeboten. „Die Schüler können Wünsche äußern“, sagt der Koch, der auch in Wilhelmshaven die Gesamtschule mit Essen versorgt.
Angenehm in der neuen Mensa ist aber nicht nur das Essen, sondern auch die Helligkeit und die gedämpfte Akustik. Selbst bei vollem Betrieb wird es nicht laut.
Die Mensa ist Teil eines 2,1 Millionen Euro teuren Neubau-Projekts, zu dem auch eine Klassentrakt für die Unterstufe gehört. Beides wurde – wie berichtet – zum neuen Schuljahr in Betrieb genommen. Finanziert hat das Neubau-Projekt der Kreis. Deshalb ließ es sich Landrat Sven Ambrosy nicht nehmen, am Dienstag zum Probe-Essen in die neue Mensa zu kommen. Auch ihm schmeckte es gut. Auf dem Teller hatte er einen üppigen Hot Dog.
zahlen und fakten zum neubau
Die Mensa
ist rund 260 Quadratmeter groß, dazu kommen ein rund 100 Quadratmeter großes Foyer und eine knapp 130 Quadratmeter große Essensausgabe sowie sanitäre Anlagen und ein Lager. Der halbrunde Raum kann auch für Veranstaltungen genutzt werden.Der neue Klassentrakt
hat eine Nutzfläche von rund 800 Quadratmetern auf zwei Etagen und umfasst acht Klassenzimmer, einen Gruppenraum, ein Foyer mit Galerie sowie Nebenräume.Die Gesamtkosten
beliefen sich inklusive der Kosten für Ausstattung und Inventar auf knapp 2,26 Millionen Euro. Der Klassentrakt hat 1,37 Millionen Euro gekostet, die Mensa knapp 890 000 Euro.Bezahlt werden soll später mit
einem Karten-
System
