Jever - Glückwünsche, Lebensweisheiten und viele gute Ratschläge der Festredner begleiten die 91 Abiturientinnen und Abiturienten des Mariengymnasium Jever in einen neuen Lebensabschnitt. Bei der feierlichen Verabschiedung und Zeugnisübergabe in der voll besetzten Stadtkirche war es neben Schulleiter Jürgen Ploeger-Lobeck vor allem Arthur Schmidt vom Schulelternrat, der mit einer mitreißenden Rede über die Kompassnadeln des Lebens großen Applaus erhielt.

Auszeichnungen für besonders engagierte Abiturienten

Jahrgangsbeste mit einem Notenschnitt von 1,0: Lena Danielmeyer und Jannes Hasselhorn

Für Engagement:  MG-Voices/Rock-AG/Musical-AG: Lena Danielmeyer, Paula Gerdes, Merlin Braun, Tom Balduff, Carlo Fulde, Dana Gellner, Niklas Höfer, Zoe Hokemeier, Ayla Kretschmer, Frederike Paul, Robin Schick. SV/Ausschüsse/Argus: Hannah Janßen, Wenke Oltmanns, Alica Henke, Neele Kuhlmann, Inka Luiken, Greta Theilen, Jonah Pabst.

Für schulische Leistungen: Religion: Franca Kopke Latein: Timon FaßSport: Neele SchraderPhysik: Anna Gerdes, Jannes Hasselhorn Chemie/Mathematik: Jannes Hasselhorn.

Ploeger-Lobeck nutze die mehr als zweistündige Festveranstaltung für einen kurzen Exkurs zu Fragen darüber, inwieweit die Schule und das Abitur die jungen Menschen auf das wirkliche Leben vorbereiten. Er griff die Klage einer Schülerin auf, die sich vor einiger Zeit im Internet beschwerte: Sie mache nun Abitur, habe aber null Ahnung von Miete, von Steuern und Versicherungen. Dafür könne sie aber eine Gedichtanalyse schreiben – in vier Sprachen.

Die Schule bereite nicht auf die Dinge des täglichen Lebens vor, stellte Ploeger-Lobeck fest. Die Begeisterung der Schüler, die sich im 12. Jahrgang etwa im Fach Politik mit knochentrockenen Fragen zum Steuerrecht befassen müssten, könne er sich gut vorstellen, sagte er. Zudem halte er die „Günstigerprüfung“ zur Steuerberechnung für kulturell auch weit weniger bedeutsam als Goethes „Erlkönig“. „Die Schule sollte Sie aber in die Lage versetzen, sich im Leben von niemandem ein X für ein U vormachen zu lassen.“ Und er wünschte den Schülern: „Seien Sie immer die beste Version von sich selbst.“

Die launige Festrede für die Abiturienten hielt Jonah Pabst. Er sprach von den Möglichkeiten, die sich nun für jeden einzelnen ergeben, aber auch von Eigenverantwortung, die nun jeder für sich übernehmen müsse. Er dankte Lehrern, Schulsekretärinnen, den Eltern und den Mitschülern: „Das hier haben wir auch gemeinsam geschafft.“ Er hoffe, alle in zehn Jahren wiederzusehen und zu erfahren, was aus den Mitschülern geworden ist.

Oliver Braun
Oliver Braun Redaktion Jever