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Umweltbildung Warum Brennnesseln wichtig sind

JEVER - Im Jahr 2024 stirbt der Kiebitz aus, im Jahr 2044 muss die Umweltministerin die Kohlmeise zur gefährdeten Art erklären: Damit es soweit nicht kommt, setzt das Projekt „Mobilum“ auf praktische Umweltbildung und sensibilisiert Kinder für die großen und kleinen Wunder der Natur.

Nach langer Vorarbeit ist das Projekt vor den Sommerferien 2010 gestartet – und hat im ersten halben Jahr seines Bestehens bereits mehr als 650 Kinder vor allem im Grundschulalter erreicht, berichten die Initiatorinnen Petra Walentowitz (43) und Susanne Ekhoff (46). Bis tief in den September hinein haben sie Kinder und Jugendliche in die Natur geführt und sind bis zu den Osterferien bereits fast wieder ausgebucht.

Nach einer Einführung ziehen die beiden bereits engagierten Umweltpädagoginnen mit den Kindern los, um die Natur zu entdecken und ein spannendes Alternativprogramm zur virtuellen Welt am Computer zu bieten. Dabei findet sich oft schon auf dem Schulhof oder der Wiese hinterm Haus genug Anschauungsmaterial. „Wenn Kinder zum Beispiel erfahren, dass Brennnesseln die Lebensgrundlage für drei wunderschöne Schmetterlingsarten bieten, sehen sie die ungeliebte Pflanze sofort mit anderen Augen“, berichtet Petra Walentowitz. „Wir gehen auf die Kinder, ihre Fragen und ihre Wünsche ein“, berichtet Susanne Ekhoff. Dadurch sei jeder Ausflug in die Natur neu und anders – und auch für die erfahrenen Umweltpädagoginnen immer wieder interessant und motivierend.

Mit ihrem Konzept konnten Petra Walentowitz und Susanne Ekhoff viele Partner überzeugen, die das Projekt „Mobilum“ unterstützen. Träger ist der Naturschutzbund Deutschland (Nabu), Partner sind die Landkreise Friesland und Wittmund, die Stadt Wilhelmshaven sowie der Energieversorger EWE, der kostenlos ein erdgasbetriebenes Umweltmobil zur Verfügung stellt, mit dem wichtige Utensilien für die Feldforschung transportiert werden können. Gefördert wird das Projekt zudem von der Barthel-Stiftung in Varel und der Philipp-Orth-Stiftung in Jever. Der Umweltwissenschaftler und Träger des Alternativen Nobelpreises, Professor Dr. Michael Succow, hat die Schirmherrschaft übernommen.

Der Nabu ist von dem Projekt so begeistert, dass am Donnerstag neben dem Bezirksgeschäftsführer Rüdiger Wohlers sogar der Landesvorsitzende Dr. Holger Buschmann nach Jever kam, um den „vorbildlichen und unermüdlichen Einsatz“ von Susanne Ekhoff und Petra Walentowitz zu loben.

„Hier findet jeden Tag Basisarbeit statt, denn die Kinder von heute sind die Entscheidungsträger von morgen“, betonte er. Kenntnisse über die Natur seien überlebenswichtig für deren Erhalt: „Nur was man kennt, kann man auch schützen“, so Buschmann.

Nach dem Ausflug in die Natur erhalten die Kinder ein grünes Armband. „Es soll sie zumindest noch einige Tage daran erinnern, auf eigene Faust weiter zu forschen und andere an ihrem neuen Wissen teilhaben zu lassen“, erklärt Susanne Ekhoff.

Sie erinnert sich gut an einen kleinen Jungen, der nach dem Tag mit „Mobilum“ begeistert festgestellt hatte: „Ich liebe die Natur!“. Eine bessere Bestätigung für ihr Arbeit könne es nicht geben.

Mit dem Themenschwerpunkt

„Frühlingserwachen“ geht das Projekt „Mobilum“ in die neue Saison.

Anmeldungen

von Kindergärten, Schulen und Gruppen nimmt das Mobilum-Team unter Tel. 0151/ 51440267 entgegen. Die Projekteinheit kostet 44 Euro. Das Mobilum-Büro ist in der Kreisverwaltung Friesland in Jever unter Tel. 04461/ 919 4421 zu erreichen.
Ulrich Schönborn
Ulrich Schönborn Chefredaktion (Chefredakteur)
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