JEVER/WITTMUND/WILHELMSHAVEN - Nach der Fusion der Volkshochschulen und Kreismusikschulen aus Friesland und Wittmund bahnt sich im Bildungsbereich ein weiteres interkommunales Kooperationsprojekt an. Auf einer Arbeitstagung in Rastede haben jetzt die Leiter der Berufsschulen aus Friesland, Wittmund und Wilhelmshaven sowie Vertreter der Kreishandwerkerschaften, der Industrie- und Handelskammer und der Kommunen als Schulträger die Möglichkeiten ausgelotet, ein regionales berufsbildendes Angebot zu entwickeln.
„Hintergrund ist die Tatsache, dass in vielen Bereichen die niedrigen Schülerzahlen eine fachlich sinnvolle Beschulung zumindest erschweren, wenn nicht gar in Frage stellen“, sagt der Sprecher des Landkreises Friesland, Sönke Klug. Die ersten Berufsbereiche würden bereits wegbrechen. Zudem stelle sich die Frage, ob angesichts begrenzter finanzieller Ressourcen die technische Ausstattung der Berufsschulen nicht effektiver ausgenutzt werden könne.
„Es kommt darauf an, kundenorientierte und arbeitsmarktfähige Bildungsangebote der Region ortsnah zu gewährleisten“, betonten Frieslands Erster Kreisrat Peter Wehnemann und Wilhelmshavens Stadtrat Dr. Jens Graul, die die Sitzung moderierten. „Wir müssen uns vor Ort so aufstellen, dass Effektivität und Effizienz der schulischen Angebote ausgeschöpft und Schwerpunkte gebildet werden“, sagte Wehnemann.
Die Gesprächspartner wollen Anfang 2010 erneut zusammenkommen, um konkrete Beschlussempfehlungen für die Gremien der Schulträger zu formulieren. Zuvor sollen von Projektgruppen Vorschläge erarbeitet werden.
Der Leiter der Berufsschule Jever, Dietmar Kruit, geht davon aus, dass die negative demografische Entwicklung die BBS Jever spätestens im Jahr 2013 erreichen wird. „Schon jetzt schmelzen in den Hauptschulen die Klassen weg, viele sind bereits einzügig. Das gleiche gilt für die Grundschulen“, sagt Kruit im NWZ -Interview.
Jever, s. 32
Region, s. 9
