JEVER - JEVER - Weil die 17 Abiturienten des Mathematik-Leistungskurses am Mariengymnasium in Jever bei den schriftlichen Matheprüfungen des Zentralabiturs mit einem falschen Taschenrechner ausgestattet waren, sind ihnen nach Einschätzung der Schule erhebliche Nachteile entstanden.

Eine der zentral von der niedersächsischen Landesregierung vorgegebenen Aufgaben war laut Schulleiterin Dorothe Levin nicht lösbar, obwohl der Taschenrechner vom Kultusministerium für den Unterricht anerkannt worden sei.

Zu der Panne bei der Abiturprüfung kam es, weil die Schüler des Mariengymnasiums einheitlich einen Taschenrechner nutzen, der zwar als so genannter Computer-Algebra-System-Rechner (CAS) klassifiziert ist, aber nicht so leistungsfähig ist wie (teurere) Konkurrenzprodukte. „Der Mathe-Fachbereich hat bei dieser Entscheidung lange vor dem Zentral-Abitur auf ein vernünftiges Preis-Leistungsverhältnis geachtet“, erklärt Levin.

Der Lehrer des Mathe-Leistungskurses habe schon im September beim für das Zentralabitur zuständigen Kultusministerium in Hannover nachgefragt, ob den Schülern beim Abitur durch die Nutzung dieses speziellen CAS-Rechners Nachteile entstehen könnten. Das Ministerium habe schriftlich geantwortet, dass das Problem bekannt sei und berücksichtigt werde – und sich dann nicht wieder gemeldet. „Wir sind deshalb davon ausgegangen, dass die Aufgaben, die für die mit CAS-Rechnern ausgestatteten Klassen gestellt werden, auch mit unserem Modell gelöst werden können“, sagt Levin.

Das Nachsehen hatten die Schüler. Denn eine der beiden großen Teilaufgaben war mit ihrem Rechner nicht in der gegebenen Zeit zu bewältigen. „Dadurch entstanden den Schülern Nachteile, die eine faire Bewertung der Matheaufgabe unmöglich machen“, so Levin.

Sie hat kurz nach der Abiturprüfung schriftlich beim Ministerium nachgefragt, wie die Schule verfahren soll. Die betroffenen Schüler hat sie vorsorglich gebeten, sich den 11. Mai für eine mögliche Wiederholung der Prüfung freizuhalten.

So weit wird es nach Angaben des Ministeriums aber nicht kommen. Kultusminister Bernd Busemann lehne eine Wiederholung ab, hieß es gestern in Hannover. Ministeriumssprecher Heiner Hoffmeister sagte gegenüber der NWZ , die Probleme seien „nicht so gravierend“ und könnten bei der Bewertung der Mathe-Klausur berücksichtigt werden. Interview auf jever, s.32