JEVERLAND - In Hildesheim hat die Stadt eine Sparmethode eingeführt, die Schule machen könnte: Dort wird der professionelle Putzdienst in den weiterführenden Schulen eingeschränkt. Statt dessen sollen die Schüler selbst zu Wischmopp und Besen greifen (die NWZ berichtete).

„Pädagogisch interessant, praktisch aber kaum umzusetzen“, lautet dazu die Meinung von Schulleitern im Jeverland.

„Aufgabe des Trägers“

In der Hauptschule in Schortens müssen die Schüler nach dem Unterricht die Stühle hochstellen, die Tafel putzen und auch mit Besen und Kehrschaufel die Klasse säubern, berichtet Schulleiter Hans-Joachim Vogt. Darüber hinaus einen verpflichtenden Putzdienst einzurichten, der die professionellen Putzkräfte ersetzt, hält er allerdings nicht für sinnvoll. „Das ist Aufgabe des Schulträgers“, sagt Vogt. Zudem koste diese Idee Arbeitsplätze – allein sechs wären es an seiner Schule. Zudem fragt sich Vogt, wie die Putzpflicht kontrolliert und bei schlechtem Ergebnis sanktioniert werden soll.

Ähnlich sieht das Berta Paasmann, Leiterin der Haupt- und Realschule Hohenkirchen. „Unsere Kinder brauchen noch nicht zu saugen“, sagt sie mit einem Augenzwinkern. Die Schülerinnen und Schüler beteiligen sich wochenweise an der Reinigung des Schulhofs „und unsere Lehrkräfte achten darauf, dass Schüler, die absichtlich die Schule verschmutzen, das auch wegmachen“. Doch die Mädchen und Jungen zu mehr Reinigungsarbeiten heranzuziehen sei nicht möglich: „Die meisten sind Fahrschüler und müssen nach dem Unterricht schnell zum Bus – eine Reinigung, die zu Lasten der Unterrichtszeit geht, ist strikt abzulehnen“, betont sie.

Dr. Martin Lichte, stellvertretender Schulleiter des Mariengymnasiums in Jever, sieht in der Idee, dass Schüler ihre Schule selbst sauber halten, durchaus einen „erzieherischen Wert“. „Unsere Schüler kommen ohnehin sehr gut davon, wenn es ums Aufräumen in der Schule geht“, meint er.

Offen für neue Ideen

Beim Landkreis, der als Schulträger für die Reinigung der weiterführenden Schulen Frieslands zuständig ist, wäre man zwar nicht abgeneigt, die Schüler auch zum Putzen heranzuziehen. „Grundsätzlich ist das denkbar“, sagt Schulamtsleiter Stefan Thöle. „Aber wir kriegen es auch ohne Hilfe der Schüler hin.“ Vor einigen Jahren hat der Kreis die Schulreinigung neu geregelt: Zwar wird in den Schulen täglich geputzt, doch die Intensität der Reinigung wurde dem Bedarf angepasst – so wird etwa nicht mehr jeden Tag jedes Klassenzimmer gewischt.

„Es kommt darauf an, dass sich unsere Schulen in einem guten, sauberen Zustand befinden – ob das durch den Einsatz von Schülern gewährleistet wäre, ist fraglich“, so Thöle. Dennoch habe die Kreisverwaltung immer ein offenes Ohr für Initiativen der Schulen.