Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Beispiel Jeverland So schnell dreht sich das Lehrerkarussell an unseren Schulen

Jeverland - Im Jeverland dreht sich munter das Lehrerkarussell. Weil an den meisten Grundschulen Lehrkräfte fehlen, müssen die weiterführenden Schulen Lehrer und Stunden für 3. und 4. Klassen abordnen. Aber auch an den Oberschulen herrscht Lehrermangel – und so dreht sich die Lehrer- und Stundenverteilung an sämtlichen Schulen munter im Kreis.

Sich dazu äußern dürfen die Schulleiter nicht. „Wir haben zwar keinen Maulkorb vom Ministerium bekommen, aber sagen dürfen wir dazu dennoch nichts“, sagt ein Schulleiter. Aber: Die Nerven liegen blank bei den Stundenplan-Erstellern, denn nach den Erfahrungen der vergangenen Tage ist gut möglich, dass alle Vertretungspläne von heute auf morgen über den Haufen geworfen werden müssen, weil sich stetig neue Versorgungslöcher auftun.

Ständig neue Ansagen

Am zweiten Schultag – vergangenen Freitag – war vom Ministerium die Order herausgegangen, dass die weiterführenden Schulen Lehrer an die Grundschulen abordnen müssen. Da standen die Stundenpläne natürlich schon.

So hieß es etwa fürs Mariengymnasium, dass Lehrer an die Elisa-Kauffeld-Oberschule Jever und die KGS Wittmund abgetreten werden müssen. Das war intern schnell geregelt, denn es hatten sich Freiwillige gefunden, heißt es aus dem Gymnasium. „Der Stundenplaner konnte sich also ans Werk machen.“

Doch der neue Vertretungsplan hatte nicht lange Bestand. Denn am Donnerstag kam dann die Änderung: Bei der KGS Wittmund habe man sich versehen, hieß es aus Ministerium bzw. Landesschulbehörde. Statt nach Wittmund müssen Stunden an zwei Wilhelmshavener Grundschulen abgeordnet werden. „Unfassbar!“ kommentiert eine Lehrkraft.

Aktueller Stand ist, dass Lehrer des Mariengymnasiums nun 49 Stunden an anderen Schulen unterrichten, nämlich je zwölf an den Wilhelmshavener Grundschulen Finkenburg und Rheinstraße und 25 Stunden an der Kauffeld-Oberschule.

Bitte für die Stundenplaner: Zur jeverschen Oberschule und nach Wittmund könnten die Lehrkräfte gut pendeln und dennoch im Mariengymnasium Stunden geben – bei der Strecke nach Wilhelmshaven reicht die Zeit aber nicht.

Auch die Oberschule Hohenkirchen hat Lehrkräfte abgeordnet – obwohl dort selbst Lehrer knapp sind. Dafür bekommt Hohenkirchen per Abordnung aus Zetel 50 Lehrerstunden gestellt. So weit offenbar aktuell der Plan.

Eltern verärgert

Natürlich bleibt all das Schülern und Eltern nicht verborgen. „Das ist eine Zumutung“, sagte die Mutter eines Schülers des Mariengymnasiums: „Nun fallen schon wieder ständig Stunden aus – und zwar zusätzlich zu den Ausfällen, die ohnehin schon fast normal sind.“ Es sei mehr als ärgerlich, dass die Politik in den Schulen ein solches Chaos verursache.

Das Lehrerkarussell war auch Thema bei der Feierstunde zur Einweihung der neuen Schulgebäude an der KGS Wittmund am Freitag. Daran hatte eigentlich Kultusministerin Frauke Heiligenstedt (SPD) teilnehmen sollen. Doch die sagte am Donnerstag ab: Sie musste am Freitag im Landtag Auskunft geben über den Lehrer-Verschiebebahnhof..

Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Hoffen auf reges Interesse für die Schmetterlingswochen: Landschaftsökologe Felix Närmann (l.) und Thorsten Kuchta von der Geschäftsstelle Masterplan Ems 2050.

SCHMETTERLINGSWOCHEN IN MOORMERLAND Forschungen förderten eine große Vielfalt an Faltern zutage

Axel Pries
Moormerland
Fordert Verbesserungen für die Opfer des SED-Regimes: Evelyn Zupke (62), frühere Bürgerrechtlerin und SED-Opferbeauftragte beim Deutschen Bundestag

STREIT UM ANGEKÜNDIGTE VERBESSERUNGEN Warum SED-Opfer der Bundesregierung „Wortbruch“ vorwerfen

Stefan Idel Büro Hannover
Hannover
Der Klosterpark Oestringfelde ist sozusagen die „grüne Lunge“ von Schortens und beliebtes Ausflugsziel. Dort stehen unter anderem mehrere alte Eiben.

FÖRDERMITTEL FÜR KLOSTERPARK Juwel der Stadt Schortens soll mit 1,387 Millionen Euro weiterentwickelt werden

Jeversches Wochenblatt
Schortens
„Darüber müssen wir nochmal reden“
Pro-palästinensische Proteste vor der US-Botschaft in Jakarta (Indonesien): Im Hintergrund ist das KI-generierte Bild „all eyes on Rafah“ zu sehen. Dieses geht zurzeit in den „sozialen Medien“ viral.

KOLUMNE ZU „ALL EYES ON RAFAH“-KI-BILD Erst recherchieren, dann teilen

Luise Charlotte Bauer
Der ehemalige Geschäftsführer des Klinikums Wilhelmshaven, Reinhold Keil.

PROZESS GEGEN WILHELMSHAVENS EX-KLINIKUMS-GESCHÄFTSFÜHRER Fehlende Qualifikation bei Bewerbung nicht überprüft

Lutz Rector
Wilhelmshaven