JEVERLAND - Der „soziale Tag“ für Schüler hat am Dienstag im Jeverland kaum Resonanz gefunden. Der Grund ist, dass die Aktion, bei der Schüler die Schulbank gegen einen Arbeitsplatz tauschen und für einen sozialen Zweck Geld verdienen sollen, mitten in den Prüfungsstress zum Ende des Schuljahres fällt.

„Viele Schüler haben derzeit andere Sorgen“, sagt Marion Gerdes-Ufken, Leiterin der Realschule in Schortens. Für die Zehntklässler stehen die zentralen Abschlussprüfungen an. „Da haben weder Schüler noch Lehrer den Kopf frei, um sich auf den sozialen Tag vorzubereiten“, so Gerdes-Ufken. So sei bei ihr auch keine Anmeldung für den sozialen Tag eingegangen. Grundsätzlich sei die Bereitschaft zu sozialem Engagement in der Schülerschaft aber sehr ausgeprägt. Ein Beispiel sei der Sponsorenlauf zugunsten des Kinderhilfswerks Unicef.

Auch die Haupt- und Realschule in Jever und das Schulzentrum in Sande haben sich nicht an der Aktion beteiligt. „Es laufen schon so viele Projekte, irgendwann ist das Ende der Fahnenstange erreicht“, so Schulleiter Wolf-Dieter Langhanke aus Sande.

Am Mariengymnasium in Jever hat sich nur eine Handvoll Schüler für den sozialen Tag interessiert, berichtet der stellvertretende Schulleiter Dr. Martin Lichte. Auch er kritisiert den Zeitpunkt für die Aktion. Ein Fehltag in der Endphase des Schuljahres könnten sich nur gute Schüler leisten.

Grundsätzlich bezeichnet Lichte den bundesweiten „sozialen Tag“ aber als gute Idee. Er schlägt deshalb vor, diese Aktion mit dem „Zukunftstag“ zusammenzulegen, bei dem Schüler Ende April ins Berufsleben schnuppern können. Dadurch hätten mehr Schülerinnen und Schüler eine Chance, sich an dem Projekt zu beteiligen.