Nordenham - Der Abwärtstrend ist gestoppt. Die Besucherzahlen in den beiden Jugendhäusern der Stadt haben sich seit Frühjahr vergangenen Jahres auf das Niveau stabilisiert, das sie vor ihrer Halbierung in den Jahren 2012 und 2013 hatten.
Täglich besuchen durchschnittlich wieder jeweils 30 junge Menschen im Alter von 10 bis 18 Jahren die Jahnhalle (Jahnstraße 20) oder das Jugendhaus Einswarden (Zum Slip 1).
Die Jahnhalle ist montags bis donnerstags von 14.30 bis 21 Uhr für Jugendliche geöffnet, das Jugendhaus in Einswarden montags bis freitags von 14.30 bis 21 Uhr. Hier können sie einfach unter sich sein oder auch offene Angebote nutzen.
Harald Golkowski leitet die städtische Jugendarbeit und hat Mittwochabend dem Jugendausschuss des Stadtrates Bericht erstattet. Warum Jugendliche wieder vermehrt die Jugendhäuser aufsuchen? Das lässt sich seiner Einschätzung nach „nicht richtig nachvollziehen.“ Vielleicht habe dazu das neue Angebot beigetragen, vielleicht aber auch nur die „Schlechtwetterphase“.
Auf jeden Fall hat die städtische Jugendarbeit laut Harald Golkowski im Frühjahr vergangenen Jahres einen neuen Anfang gefunden.
Neu sind vier Projekte für jeweils sechs bis acht Teilnehmer, die sich über jeweils zwei bis drei Monate erstrecken. „Gesund und lecker kochen“, heißt ein Angebot, „Vorstellungsgespräch: Kein Problem“ ein anderes. In einem weiteren Projekt lernen Jugendliche in Zusammenarbeit mit einem Pflegeheim, wie sie an Demenz erkrankten Menschen mit gemeinsamen Spaziergängen oder Spielen Gutes tun können. Unter dem Motto „Medienführerschein“ können Jugendliche auch einen Videofilm drehen.
Neu sind ebenfalls regelmäßige Gruppenaktivitäten wie Nähen, Kochen, Fahrradwerkstatt oder Musizieren.
Mitarbeiter der Stadt haben in Gesprächen mit Jugendlichen erfahren, dass familiäre Probleme, schulischer Leistungsdruck und Perspektivlosigkeit hinsichtlich eines beruflichen Einstiegs zugenommen haben.
Darüber wird jetzt in einem Netzwerk beraten, an dem auch Sozialarbeiter der Schulen, Kinderschutzbund und Drogenberatungsstellen beteiligt sind. Spezielle Hilfsangebote für einzelne Jugendliche sollen auf den Weg gebracht werden.
Als unbegründet sieht Harald Golkowski Sorgen von Eltern an, die befürchten, dass ihre Kinder bei einem Besuch der Nordenhamer Jugendhäuser in schlechte Gesellschaft kommen. Elternsprecherin Michaela Schwarting zeigte sich mit dieser Antwort zufrieden.
Ausschussvorsitzender Dietmar Brückner (SPD) zog dieses Zwischenfazit städtischer Jugendarbeit: „Wir sind auf dem richtigen Weg.“
Wie die NWZ berichtete, hat ein für zwei Jahre neu gewähltes Jugendparlament jetzt seine Arbeit aufgenommen. Die 13 Mitglieder fordern mehr und bessere Freizeitangebote für Jugendliche in Nordenham. Sie arbeiten zurzeit an konkreten Vorschlägen.
