Oldenburg - Deckenhoch stapeln sich die Kisten in Raum 05 der Oberschule Eversten. Seit den Herbstferien sammeln rund 20 Schülerinnen und Schüler des 9. und 10. Jahrgangs Kleidung, Hygieneartikel und auch Decken für die Flüchtlinge in Syrien, im Irak und in der Türkei.

Bereits seit Mitte Oktober ruft die Jesidische Jugend zu Kleiderspenden für die Menschen in den Flüchtlingslagern auf (die NWZ  berichtete). Die Helene-Lange-Schule, die Oberschule Eversten und Schülerinnen und Schüler der BBS Wechloy haben seit den Herbstferien eine gemeinsame Aktion initiiert, um das Jesidische Forum zu unterstützen.

Dabei startete die Helene-Lange-Schule unter dem Motto „1 Euro für die Flüchtlinge ist 1 Euro gegen den IS/ISIS“ eine freiwillige Spendenaktion unter den Schülern. Auch Kleidung, Pflegeartikel und Schuhe wurden gesammelt.

Auch an der Oberschule Eversten sammelten Schüler wochentags für die Flüchtlinge. „Wir waren immer zu zweit oder dritt – mit Unterstützung von einer Lehrerin“, erzählt Ronja Ebben (15). Gemeinsam nahmen sie die Spenden entgegen und sortierten sie.

Ihre Mitschülerin Ranim Abbas (17) meint, die Aktion sei „menschlich“, weil sie so anderen helfen und zeigen könnten, dass „wir Moslems eigentlich friedlich sind“. „Jetzt kommt der Winter und es wird kalt – da brauchen die Menschen Klamotten“. Begeistert ist Hassan Abdul-Reda (15) von der Unterstützung der jüngeren Schüler: „Sie haben auch eigene Sachen gespendet.“

Insgesamt, so Lehrerin Birgit Zwikirsch und Schulleiter Dr. Jürgen Boy, würden sie mit rund 100 Kisten rechnen, die sie zusammen mit Kisten der Einrichtungen des Runden Tisches Bloherfelde am Montag zur Sammelstelle in die Maco-Halle bringen würden.

An der Schul-Aktion haben sich auch mit eigenen Spendenaufrufen die IGS Kreyenbrück, die Oberschule Osternburg und die IGS Flötenteich beteiligt. Andere Schule, beispielsweise die Oberschule Alexanderstraße, haben den Aufruf veröffentlicht und das Projekt so ebenfalls gefördert.

Auch die Evangelische Kirche und die Diakonie im Oldenburger Land unterstützen die Jesidische Jugend mit einer Spende von je 2500 Euro als Transportbeihilfe. Mithilfe von Kleiderspenden zahlreicher Mitarbeiter von Kirche und Diakonie sowie Spenden aus Kleiderläden der Diakonie konnten mehrere Transporter gefüllt und an die Sammelstelle übergeben werden.

Dem Aufruf der Jesidischen Jugend sind auch Jugendliche aus St. Willehad gefolgt: Sie helfen gemeinsam mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen der jesidischen Gemeinde beim Kleidersammeln und Sortieren für jesidische Flüchtlinge. Im Laufe des Dezembers fahren weitere Laster in Richtung Irak, um die Flüchtlinge zu versorgen.