Augustfehn - Ihre Kreuze haben die Schüler der R9a an der Oberschule Augustfehn gesetzt. Sie und drei weitere Klassen der Schule – insgesamt rund 100 Jugendliche – nehmen unter der Leitung von Lehrer Ingo Zach an der NWZ -Aktion „Schüler wählen“ teil. Zuvor haben sich die Schüler intensiv auf ihren Wahlgang vorbereitet. Die Ergebnisse werden am Montag, 16. September, in der NWZ veröffentlicht
In mehreren Gruppen hatten sich die Schüler aufgeteilt. Eine davon hat die Wahlplakate der Parteien analysiert. Nils Noormann gehörte dieser Gruppe an. „Wir haben untersucht, was man aus den Plakaten herauslesen kann und wie sie uns unbewusst beeinflussen", erzählt der 14-Jährige. Lisa Wischnewski hingegen schaut sich gerne die Wahlwerbespots an. „Manche sind echt cool“, findet sie. Sie nutzt Zeitungen, um sich über die Parteien zu informieren.
Der von den Grünen geplante „Veggie-Day“, also ein fleischfreier Tag pro Woche, stieß der vierzehnjährigen Lea Harbers auf. „Das gefällt mir gar nicht“, sagt sie immer noch entrüstet. Mittlerweile hat sie auf dem Wahlzettel doch noch einen Kandidaten gefunden, der ihr gefällt. „Er deckt etwa 70 bis 80 Prozent meiner Interessen ab“, sagt sie. Sie dokumentiert mit Mitschülern den Verlauf der Schülerwahl. Ihre Zwillingsschwester Laura hat am Sonntag das TV-Duell zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Kanzlerkandidat Peer Steinbrück (SPD) verfolgt und sich dabei ihre Meinung gebildet.
Für Chantal de Regt (15) und Steven Klock (14) war der NWZ -Promi-Talk im Forum der Robert-Dannemann-Schule ausschlaggebend für ihre Wahl. Das Verhalten der Kandidaten habe sie überzeugt, sagen beide. „Es ist wichtig, sachlich zu argumentieren“, sagt Steven Klock. Vor allem die Diskussion um die Küstenautobahn A 20 beschäftigt die jungen Wähler.
„Für die Jungen und Mädchen ist die Schülerwahl eine gute Möglichkeit, sich aktuell mit Politik zu befassen“, sagt ihr Lehrer Ingo Zach. „Das ist viel besser, als eine Bundestagswahl anhand eines Lehrbuchs zu erklären, dessen Bilder längst nicht mehr aktuell sind.“
