Wardenburg - Um mehr Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge schaffen zu können, hat die Gemeindejugendpflege das Jugendzentrum an der Oldenburger Straße geräumt und ist in Absprache mit dem Landkreis als Schulträger sowie der Schulleitung in zwei Räume der Integrierten Gesamtschule (IGS) Am Everkamp gezogen.
„Diese Entscheidung ist der Gemeinde nicht leicht gefallen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Verwaltung. Nach wie vor sei die Gemeinde bestrebt, Flüchtlinge dezentral in Wohnungen unterzubringen. Derzeit stünden aber noch nicht genügend Wohnplätze für die bis Ende Januar angekündigten Flüchtlinge zur Verfügung.
Als nächstes muss eine Nutzungsänderung sowie ein Bauantrag beim Landkreis eingereicht werden, da auch einige kleine bauliche Veränderungen notwendig sind. Ferner sind Duschcontainer geplant. Voraussichtlich kann im Jugendzentrum Platz für 20 bis 30 Personen geschaffen werden. Neben dem Jugendzentrum bereitet die Gemeinde ebenfalls das Dorfgemeinschaftshaus in Hundsmühlen als vorübergehende Notunterkunft vor (die NWZ berichtete).
„Als wir kurz vor den Herbstferien über einen Aushang erfahren haben, dass das Jugendzentrum umziehen muss, war ich zunächst richtig sauer und traurig, weil ich mit meinen Freunden dort viel Zeit verbringe“, berichtet die 15-jährige Smilla Siefken aus Sandkrug. Mit einigem Abstand betrachtet, wisse sie natürlich auch, dass für die Flüchtlinge Lösungen gefunden werden müssen.
In den Herbstferien wurden die Jugendlichen auch per Facebook über die Schließung des Jugendzentrums informiert. In einem ausführlichen Text legte die Gemeinde die derzeitige Flüchtlingssituation in Wardenburg dar. Jugendliche und Eltern reagierten mit zum Teil verbitterten Kommentaren. „Ich finde es schlimm! Das Jugendzentrum war doch das einzige, was den Kids hier geboten wurde. Dass die nun als erstes zurückstecken müssen, finde ich eine Frechheit“, postete eine Mutter.
Wann und mit welchen Angeboten die Jugendarbeit in den Räumen der IGS weitergeht, soll den Jugendlichen erneut per Facebook mitgeteilt werden, kündigt das Jugendpflege-Team an. „Uns wurde schon gesagt, dass das offene Angebot wohl nicht mehr wie bisher stattfinden kann, da es schwierig ist, die Schule dafür immer offen zu halten“, erzählt Schülerin Julia Stein.
